Wirtschaft

Elon Musk bei Tesla-Besuch: Werden die Produktion bei Berlin mit neuen Modellen ausbauen

Nach seiner Landung am BER sprach Tesla-Chef Elon Musk in der Gigafactory vor Mitarbeitern. Dabei kündigte er an, dass weitere Tesla-Modelle in dem Werk in Grünheide gebaut werden sollen.

Tesla-Chef Elon Musk hat bei dem Besuch der Gigafactory Berlin-Brandenburg in Grünheide seinen Sohn dabei.
Tesla-Chef Elon Musk hat bei dem Besuch der Gigafactory Berlin-Brandenburg in Grünheide seinen Sohn dabei.Odd Anderson/AFP

Tesla-Chef Elon Musk hat laut einem Zeitungsbericht die Produktion weiterer Modelle in Grünheide bei Berlin in Aussicht gestellt. So werde das für die nächsten Jahre geplante günstigere Elektroauto „definitiv langfristig nach Berlin“ kommen, sagte Musk dem Handelsblatt zufolge bei einem Auftritt vor der Belegschaft am Mittwoch. Die Fertigung des Kompaktwagens könnte nach aktueller Planung im zweiten Halbjahr 2025 im texanischen Austin beginnen.

Auch wäre es auch seiner Sicht sinnvoll, den Elektro-Sattelschlepper Tesla Semi in Berlin zu bauen, sagte Musk. Dieser wird bisher nur in den USA produziert.

Elon Musk schürt Verschwörungstheorien bei seiner Rede

Nach dem Sabotageakt der linksextremistischen Vulkangruppe und dem damit verbundenen Produktionsstopp hatte Musk am Mittwoch die Gigafactory in Grünheide besucht. Am Mittag landete Musk zunächst am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER). In einer Rede vor Tausenden von Mitarbeitern beschuldigte er „Öko-Terroristen“ der Sabotage, während er die Umweltfreundlichkeit seines Unternehmens verteidigte. Mit seinem Sohn X Æ A-Xii, kurz X, im Arm sagte Musk: „Ich bin hier, um euch zu unterstützen.“

Bei seinem Auftritt schürte Musk auch Verschwörungstheorien. Da Tesla mit den Elektrofahrzeugen helfe, gegen den Klimawandel anzukämpfen, sei ein Anschlag im Namen des Umweltschutzes so albern, „dass ich mich frage: Waren hier größere Kräfte am Werk? Sind sie nur Marionetten und jemand anderes steht hinter ihnen?“, so Musk.

Tesla will Produktion auf eine Million Autos im Jahr erhöhen

Der Tesla-Chef bekannte sich auch zum Ausbau seines einzigen europäischen Autowerks. „Ja, absolut“, sagte Musk auf die Frage eines Journalisten, ob der Ausbau weiter geplant sei. Tesla will die Produktion von geplanten 500.000 Autos im Jahr auf eine Million erhöhen, zuletzt waren es hochgerechnet 300.000 Autos im Jahr. In Grünheide arbeiten laut Unternehmen rund 12.500 Beschäftigte. Die Mehrheit der Teilnehmer einer Bürgerbefragung in Grünheide stimmte im Februar gegen eine geplante Erweiterung der Fabrik auf einer neuen Fläche mit Güterbahnhof, für die Wald gerodet werden müsste.

Nach Musk sprach auch Werksleiter André Thierig zu den Beschäftigten und dankte ihnen für ihren Umgang mit der Situation. „Das ist ein Anschlag auf die Giga-Fabrik“, sagte er. „Wir halten alle zusammen.“ Zudem kündigte Thierig jährliche Lohnänderungen an. „Da könnt ihr euch drauf verlassen.“ Ein Tarifvertrag sei nicht nötig. Thierig versprach ein Bonussystem und betonte: „Ihr leistet Großes.“

Tesla-Chef Elon Musk kommt in der Tesla-Gigafactory Berlin-Brandenburg an.
Tesla-Chef Elon Musk kommt in der Tesla-Gigafactory Berlin-Brandenburg an.Sebastian Christoph Gollnow/dpa

Nach einem Anschlag auf einen Strommast von Linksradikalen war tagelang der Strom im Tesla-Werk in Grünheide ausgefallen, die Produktion stand still. Erst am Mittwochmorgen startete die erste Frühschicht im Werk. Wie eine Konzernchefin erklärte, war die volle Belegschaft wieder bei der Arbeit.

Ministerium sieht noch Lücken bei sicherer Stromversorgung von Tesla

Das Brandenburger Wirtschaftsministerium sieht nach dem Anschlag auf die Stromversorgung von Tesla noch mögliche Lücken für eine sichere Versorgung des Werks in Grünheide bei Berlin. Der Vorfall werde intensiv aufgearbeitet, sagte Staatssekretär Hendrik Fischer am Mittwoch im Wirtschaftsausschuss des Brandenburger Landtags.  Es habe „auf jeden Fall eine redundante Leitung gegeben“. Zentrales Problem sei seines Wissens ein ungeschützter Knotenpunkt an dem betroffenen Strommast gewesen. Man müsse einen Weg finden, diesen Knotenpunkt gesondert zu schützen, machte Fischer deutlich.

Der Staatssekretär nannte noch ein anderes mögliches Problem bei der Stromversorgung der Gigafactory.  „Vielleicht ist es auch so, dass durch das hohe Bautempo, was man da an den Tag gelegt hat, vielleicht man es noch nicht hundertprozentig tatsächlich hinbekommen hat (...), die Redundanz da an jeder Stelle so zu sichern, wie man sie vielleicht sichern müsste“, räumte er ein. Das sei eine Aufgabe für die nächsten Wochen und Monate.

Heiko Steinmetz, Betriebsleiter bei Tesla, hatte nach dem Anschlag in der vergangenen Woche vor Pressevertretern unter anderem gesagt, man habe bei der Stromversorgung 100 Prozent Redundanz. Das heiße, dass die Stromversorgung doppelt gesichert sei. Offensichtlich seien aber beide Zuleitungen vom Brand des Strommastes betroffen gewesen, stellte er dar. Der Umweltverband Grüne Liga hatte in einer Stellungnahme im Jahr 2021  darauf hingewiesen, dass keine redundante Stromversorgung im Kontext mit der Zulassung des Tesla-Werks gegeben sei. Das Papier liegt der dpa vor. Auch aktuell sei keine Redundanz vorhanden, schätzte der Verband ein. Deshalb hätten Zulassung und Genehmigung nicht erteilt werden dürfen. So heiße es etwa im Genehmigungsverfahren, dass die Stromversorgung des Werks über zwei unabhängige Netzbereiche erfolgen wird.

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