Ostdeutschland

Ehemalige DDR-Wurstfabrik: Beschäftigte protestieren gegen Schließung

Bei Eberswald schließt die einst größte Wurstfabriks Europas. Beschäftigte haben sich zu einem Protest-Grillen versammelt.

Eine symbolische Trauerfeier für die bald geschlossene Wurstfabrik in Eberswalde.
Eine symbolische Trauerfeier für die bald geschlossene Wurstfabrik in Eberswalde.Patrick Pleul / dpa

Nach fast fünf Jahrzehnten endet die Produktion der bekannten Eberswalder Würstchen am Standort Britz bei Eberswalde. Angesichts der Schließung hatte die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG)  zu einer Protestaktion vor dem Werkstor aufgerufen. Mehrere hundert Menschen nahmen an der symbolischen Trauerfeier teil, bei der noch „einmal der Grill angeworfen“ werde, wie es ein Sprecher formulierte. NGG-Landeschef Uwe Ledwig warf dem Konzern eine „rücksichtslose Rendite- und Marktbereinigungspolitik“ vor. „Wenn eine lange Tradition endet, ist das ein schmerzlicher Verlust“, erklärte die Gewerkschaft.

Die zur Tönnies-Gruppe gehörende Zur-Mühlen-Gruppe schließt die Wurstfabrik Ende Februar. Rund 500 Beschäftigte verlieren ihre Arbeitsplätze. Die Marke soll jedoch weiterbestehen. Die Zur-Mühle-Gruppe kündigte an, die Produktion an ostdeutsche Standorte in Chemnitz, Suhl und Zerbst zu verlagern. Das Rezept bleibe unverändert, die Rohstoffe stammten weiterhin überwiegend aus Ostdeutschland.

Die Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg erhebt allerdings Anspruch auf die Kollektivmarke „Eberswalder Würstchen“. Diese sei seit 1995 im Besitz der Kammer und an eine Herstellung im Raum Eberswalde gebunden, teilte IHK-Hauptgeschäftsführerin Monique Zweig mit. Damals hatten die Handelskammern Markennamen der DDR übernommen, um die ostdeutsche Produktion vor der Abwanderung zu schützen. Die EWN Wurstspezialitäten GmbH hält dagegen, die Wort- und Bildmarke Eberswalder befände sich in ihrem Besitz.