Nahost-Krieg

Drohnenangriff trifft Treibstofftank am internationalen Flughafen Kuwait

Ein Drohnenangriff hat am Flughafen Kuwait einen Brand an einem Treibstofftank ausgelöst. Nimmt der Iran nun verstärkt zivile Infrastruktur in den Golfstaaten ins Visier?

Kuwait-Stadt im Morgenlicht: Im Golfstaat wächst nach dem Drohnenangriff auf ein Treibstofflager am internationalen Flughafen die Sorge vor weiterer Eskalation.
Kuwait-Stadt im Morgenlicht: Im Golfstaat wächst nach dem Drohnenangriff auf ein Treibstofflager am internationalen Flughafen die Sorge vor weiterer Eskalation.dpa/Soeren Stache

Drohnen haben am Dienstag einen Treibstofftank am internationalen Flughafen Kuwait getroffen und einen Brand ausgelöst. Es habe keine Opfer gegeben, teilte die kuwaitische Zivilluftfahrtbehörde laut Reuters mit. Notfallmaßnahmen seien sofort eingeleitet worden. Löschteams hätten den Brand bekämpft. Nach ersten Erkenntnissen sei nur Sachschaden entstanden.

Kuwait wendet sich an die ICAO

Kuwait hat bereits wegen früherer Angriffe auf seinen Luftraum und seine Flughafenanlagen eine Beschwerde bei der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO eingereicht, wie Arab News berichtete. Die Nachrichtenplattform stellte die Beschwerde in den Zusammenhang mit Angriffen, die dem Iran zugeschrieben werden.

Mit dem Flughafen Kuwait traf der Angriff zivile Infrastruktur von zentraler Bedeutung. Die Folgen können über den Luftverkehr hinaus auch Geschäftsreisen, Logistik und Tourismus betreffen. Zuvor hatte Iran bereits Öl- und Gasanlagen in den Golfstaaten angegriffen.

Die Öl- und Gasinfrastruktur der Golfstaaten gilt in regionalen Krisen als besonders verwundbar. Angriffe auf Raffinerien, Gasfelder, Häfen oder Exportanlagen können rasch Folgen für Energiepreise, Lieferketten und die Sicherheitslage in der Region haben. Zudem sind die Golfstaaten bei der Trinkwasserversorgung stark auf Meerwasserentsalzung angewiesen. Störungen der Stromversorgung oder Angriffe auf Entsalzungsanlagen können deshalb auch die Wasserversorgung rasch beeinträchtigen.

Golfregion in den Krieg hineingezogen

Auch der Sender Al Jazeera stellte den Vorfall in den Zusammenhang fortgesetzter iranischer Angriffe auf Golfstaaten. Am Montag hatte Teheran angekündigt, Kraftwerke und Wasserentsalzungsanlagen in den Golfstaaten anzugreifen, sollte US-Präsident Donald Trump seine Drohung wahr machen, iranische Stromversorgungsanlagen zu bombardieren.

Zudem droht Iran mit der vollständigen Verminung der Straße von Hormus. Der Wasserweg ist eine der wichtigsten Engstellen des globalen Energiehandels. Durch die Meerenge zwischen Iran und Oman läuft regelmäßig ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports.

Der Krieg begann am 28. Februar 2026 mit israelischen und US-amerikanischen Angriffen auf Ziele in Iran. Iran antwortete mit Vergeltungsangriffen auf Israel und auf mehrere Golfstaaten, die US-Stützpunkte oder andere amerikanische Militäranlagen beherbergen. US-Angaben über Gespräche hatte Teheran bereits in den Vortagen zurückgewiesen. Eine verifizierbare iranische Reaktion auf den Angriff in Kuwait lag zunächst nicht vor.