Im Zuge der Ankündigung der Trump-Regierung, Bemühungen rund um Diversität und Inklusion abzuschaffen, sollen Zehntausende Artikel von Webseiten des US-Verteidigungsministeriums gelöscht werden. Wie aus einem Bericht des US-amerikanischen Nachrichtensenders CNN hervorgeht, betrifft der Schritt auch Artikel über den Holocaust, den 11. September, Krebsaufklärung, sexuelle Übergriffe und Selbstmordprävention.
Aus einer Datenbank, die CNN vorliegen soll, geht demnach hervor, dass mehr als 24.000 Artikel gelöscht werden könnten, wobei viele davon bereits verschwunden sind. Die Säuberung umfasst dem Bericht zufolge Artikel von mehr als 1000 Websites, die von dem Ministerium gehostet werden. Das Pentagon hatte bereits im vergangenen Monat in einem Memo angekündigt, dass es Nachrichten und Artikel zur Förderung von Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI) entfernen würde.
Zu den Inhalten, die entweder entfernt oder zur Entfernung gekennzeichnet wurden, gehören etwa Artikel über die Beiträge, die Frauen, LGBTQ-Personen, People of Color im Laufe der Jahre für das Militär geleistet haben. Dutzende der betroffenen Artikel haben jedoch dem Bericht zufolge überhaupt keine offensichtliche Verbindung zu DEI-Programmen oder Gender-Theorien, wie CNN weiter berichtet.
Darunter befindet sich etwa auch ein Artikel mit dem Titel „Ein gesunder Lebensstil senkt Ihr Brustkrebsrisiko“, der von einem ranghohen Arzt der Air Force verfasst wurde. Der Beitrag wurde entfernt und trägt nun „DEI“ in seiner URL. Auch Artikel über sexuelle Übergriffe wurden entfernt, darunter ein Bericht mit dem Titel „April is Sexual Assault Awareness Month“. Auch mehrere Inhalte, die sich mit dem Gedenken an den 11. September befassen, wurden laut CNN gelöscht. Darunter etwa Artikel, in denen Militärangehörige über ihren Dienst an dem Tag erzählen.
Automatisches System wählte offenbar zu löschende Inhalte aus
Ein Großteil der gelöschten oder noch zu löschenden Inhalte wurde von einem automatischen System ausgewählt, wie aus einer E-Mail hervorgeht, die CNN und drei mit der Angelegenheit vertraute Verteidigungsbeamte erhalten haben. Dies scheint mit Verteidigungsminister Pete Hegseths Memo vom 27. Februar übereinzustimmen, in dem es heißt, dass die Medienabteilung des DoD, Defense Media Activity, „die systematische Entfernung von Inhalten“ von den zahlreichen Plattformen des Pentagon unterstützen wird.
Die Trump-Regierung hatte zuletzt zahlreiche Einschnitte bei Programmen zur Förderung von Diversität, Gleichstellung und Inklusion vorgenommen. In der Vergangenheit waren diese von Trump als Diskriminierung gegen weiße Menschen kritisiert worden.
Das Pentagon hatte dabei nicht nur angekündigt, DEI-Programme zu streichen, sondern zuletzt auch transsexuellen Soldatinnen und Soldaten den Dienst beim Militär verboten.


