Union und SPD rutschen in der Wählergunst weiter ab, während die AfD an Zustimmung gewinnt. Das geht aus dem aktuellen ARD-„Deutschlandtrend“ hervor, den das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks (WDR) durchgeführt hat.
In der Sonntagsfrage kommt die Union demnach auf 26 Prozent – ein Minus von zwei Prozentpunkten im Vergleich zu Anfang März. Die SPD fällt ebenfalls um zwei Punkte auf 12 Prozent. Laut WDR ist das der niedrigste Wert für die Sozialdemokraten seit August 2019. Die AfD hingegen legt um zwei Prozentpunkte auf 25 Prozent zu und rückt damit dicht an die Union heran. Die Grünen verbessern sich leicht auf 14 Prozent (plus 1), die Linke auf 10 Prozent (plus 1). Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verliert einen Punkt und liegt bei 3 Prozent – ebenso wie die FDP, die unverändert bei 3 Prozent steht. Beide Parteien würden damit an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
Zufriedenheit mit Regierung auf Tiefstand
Besonders drastisch fällt die Bewertung der Bundesregierung aus: Nur 15 Prozent der Befragten zeigen sich mit deren Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden – ein Rückgang um zehn Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat. 84 Prozent äußern Unzufriedenheit.
Auch die Zufriedenheitswerte einzelner Spitzenpolitiker sinken teils erheblich. Mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sind lediglich 21 Prozent zufrieden, ein Minus von acht Punkten. Besonders stark trifft es die SPD-Führung: SPD-Vorsitzender Lars Klingbeil, zugleich Vize-Kanzler und Finanzminister, stürzt um 15 Punkte auf einen Zufriedenheitswert von 18 Prozent ab. Bärbel Bas erreicht nur noch 15 Prozent Zustimmung, zehn Punkte weniger als zuvor.
Zwei Drittel halten Abgabenlast für zu hoch
Ein weiteres Ergebnis der Befragung: 66 Prozent der Bundesbürger empfinden ihre Belastung durch Steuern und Sozialabgaben als zu hoch. Unter den Erwerbsfähigen liegt dieser Anteil sogar bei 72 Prozent, bei den Über-65-Jährigen bei 56 Prozent. Lediglich 28 Prozent halten die Abgabenlast für angemessen, ein Prozent für zu niedrig.
Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Parteianhängern: Unter AfD-Sympathisanten halten 87 Prozent die Steuer- und Abgabenlast für überhöht. Einzig bei den Grünen sieht eine Mehrheit von 63 Prozent die eigene Belastung als angemessen an.
Breite Zustimmung findet hingegen die Idee einer Umverteilung bei der Einkommensteuer: 76 Prozent der Befragten befürworten eine Anhebung der Einkommensteuer für hohe Einkommen bei gleichzeitiger Entlastung geringer und mittlerer Einkommen. 18 Prozent lehnen dies ab. Ebenfalls mehrheitsfähig ist eine Steuererhöhung auf Alkohol, Tabak und Softdrinks – 72 Prozent halten dies für richtig, 24 Prozent für falsch.

