Die deutschen Exporteure haben das Jahr 2026 mit einem spürbaren Rückgang begonnen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, sanken die Warenausfuhren im Januar um 2,3 Prozent gegenüber dem Vormonat auf 130,5 Milliarden Euro.
Besonders stark fielen die Rückgänge im Handel mit der EU aus: Die Ausfuhren in die Mitgliedstaaten schrumpften um 4,8 Prozent auf 71,6 Milliarden Euro. Noch drastischer war der Einbruch bei den Exporten nach China mit einem Minus von 13,2 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Gegen den Trend legten die Lieferungen in die USA um 11,7 Prozent auf 13,2 Milliarden Euro zu. Die Vereinigten Staaten bleiben damit größter Einzelabnehmer deutscher Waren.
Die Entwicklung überrascht etwas, da die US-Zölle eigentlich die Zölle bremsen sollten. Aber die partielle Rücknahme durch US-Gerichte als auch der starke Dollar scheinen sie zu kompensieren. Ebenfalls schalten Teile der US-Industrie verstärkt auf Kriegswirtschaft um. Entsprechend entstehen Marktlücken, die der deutschen Exportwirtschaft nutzen.
Wirtschafts-Aussicht noch verhalten optimistisch
Die Importe sanken mit 5,9 Prozent noch stärker als die Exporte und lagen bei 109,2 Milliarden Euro. Der Außenhandelsüberschuss vergrößerte sich dadurch auf 21,2 Milliarden Euro.
Die Stimmung bei den exportierenden Unternehmen ist trotzdem verhalten optimistisch. Die ifo-Exporterwartungen stiegen im Februar leicht an, wie das ifo-Institut mitteilte. „Von einer breit angelegten und dynamischen Erholung kann jedoch noch keine Rede sein“, sagte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.
Die Daten wurden noch vor dem Beginn des Irankriegs erhoben. Dessen Folgen, insbesondere steigende Ölpreise und höhere Transportkosten, dürften die exportabhängige deutsche Wirtschaft zusätzlich belasten. (mit dpa)


