Soziale Netzwerke

„Stehlen die Kindheit“: Dänemark plant Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige

Dänemark will den Zugang zu Social-Media-Plattformen für unter 15-Jährige einschränken. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen kündigte dazu einen Gesetzesentwurf an.

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen
Dänemarks Ministerpräsidentin Mette FrederiksenRitzau Scanpix/imago

Die dänische Regierung will Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren den Zugang zu mehreren Social-Media-Plattformen verbieten. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen kündigte am Dienstag im Parlament einen entsprechenden Gesetzentwurf an. „Handys und soziale Medien stehlen unseren Kindern ihre Kindheit“, sagte sie während einer Rede vor dem dänischen Parlament.

„Wir haben ein Monster losgelassen“, fügte sie einem Politico-Bericht zufolge hinzu. Demnach besitzen beinahe alle Siebtklässler in Dänemark ein eigenes Mobiltelefon. Frederiksen sagte außerdem, dass 60 Prozent der dänischen Jungen im Alter zwischen elf und 19 Jahren ihre Freizeit inzwischen eher zu Hause verbringen würden als rauszugehen und Freunde zu treffen.

Social-Media-Verbot für Jugendliche: Umsetzung noch unklar

„Ich hoffe, dass Sie hier im Saal dazu beitragen werden, die Rechtslage zu verschärfen, damit wir hier in Dänemark besser für unsere Kinder sorgen können“, sagte Frederiksen weiterhin. Eltern sollten aber die Möglichkeit bekommen, ihren Kindern die Nutzung von Social Media schon ab 13 Jahren zu erlauben, hieß es.

Die dänische Ministerpräsidentin machte keine näheren Angaben dazu, wie genau ein mögliches Verbot umgesetzt werden soll. Im Gesetzgebungsprogramm der Regierung für das kommende Parlamentsjahr sei Politico zufolge kein Gesetzesentwurf zu einer Altersgrenze enthalten.

Frederiksen hatte sich bereits in der Vergangenheit für ein Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige ausgesprochen. Außerdem setzt sich die dänische Regierung auf EU-Ebene dafür ein, von Technologieunternehmen eine Altersüberprüfung der Nutzer im Internet zu verlangen.

Auch andere Länder planen Altersbeschränkungen für Online-Netzwerke. In Australien verabschiedete das Parlament bereits Ende 2024 ein Gesetz, um Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren den Zugang zu Plattformen wie Tiktok, Facebook oder Instagram zu verbieten. In der EU setzt sich insbesondere Griechenland für eine einheitliche Altersbeschränkung ein.