Asien

China richtet wegen Drogenhandels verurteilten französischen Staatsbürger hin

Frankreich reagiert mit „Bestürzung“ auf die Hinrichtung eines französischen Staatsbürgers in China. China weist die Kritik zurück.

Das französische Außenministerium in Paris
Das französische Außenministerium in ParisCharpaud Christopher/ABACA/imago

China hat die Todesstrafe gegen einen französischen Staatsbürger vollstreckt. Der in Laos geborene und später eingebürgerte Franzose Chan Thao Phoumy war wegen seiner Beteiligung an einem groß angelegten Drogenring zum Tode verurteilt worden. Das französische Außenministerium reagierte laut AFP mit „Bestürzung“ auf die Hinrichtung.

Chan war 2005 als einer von 89 Verdächtigen im Zusammenhang mit Drogenhandel festgenommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, zwischen 1999 und 2003 an der Herstellung von Tonnen synthetischer Drogen in China beteiligt gewesen zu sein. Er wurde zunächst zu lebenslanger Haft verurteilt, bevor das Urteil 2010 in die Todesstrafe umgewandelt wurde. Laut Reuters soll sich der Umfang der Drogenoperation auf rund 100 Millionen Yuan belaufen haben, umgerechnet etwa 13 Millionen Euro.

Das französische Außenministerium erklärte, die Strafe sei „trotz der Mobilisierung der französischen Behörden“ vollstreckt worden. Paris habe sich um eine Begnadigung aus humanitären Gründen bemüht. Darüber hinaus kritisierte das Ministerium laut Reuters, dass der Verteidigung Chans die Teilnahme an der letzten Gerichtsverhandlung verwehrt worden sei, was einen Verstoß gegen seine Rechte darstelle.

Frankreich bekräftigte seine grundsätzliche Ablehnung der Todesstrafe „überall und unter allen Umständen“ und forderte deren weltweite Abschaffung.

China weist Kritik zurück

Die chinesische Botschaft in Frankreich wies die Vorwürfe in einer knappen Stellungnahme zurück. China sei ein Rechtsstaat, der Angeklagte unterschiedlicher Nationalität gleich behandle, erklärte ein Sprecher der Botschaft. Die Rechte und angemessene Behandlung der Betroffenen würden gemäß dem Gesetz gewährleistet. Die Bekämpfung der Drogenkriminalität sei „eine gemeinsame Verantwortung aller Staaten“.

China gehört zu den Ländern mit den härtesten Drogengesetzen weltweit. Ab einer Menge von 50 Gramm Heroin oder Methamphetamin droht dort laut Reuters bereits die Todesstrafe, wobei diese in der Regel bei Handel mit deutlich größeren Mengen verhängt werde. (mit AFP)