Der Bundestag hat am Freitag die Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen. Die seit Jahren unbeliebte Riester-Rente wird durch ein neues Fördermodell ersetzt, das ab dem 1. Januar 2027 gilt. Union und SPD bezeichneten die neuen Produkte als kostengünstiger, flexibler und renditestärker.
Die Riester-Rente gilt als gescheitert. Seit ihrer Einführung 2001 wurde jeder vierte Vertrag vorzeitig gekündigt. Von den noch knapp 15 Millionen bestehenden Verträgen sind schätzungsweise 20 bis 25 Prozent ruhend gestellt. Hauptgrund: eine äußerst schwache Rendite.
Staat zahlt bis zu 50 Cent pro gespartem Euro
Statt einer festen Grundzulage schießt der Staat künftig für jeden eingezahlten Euro einen Betrag hinzu: Bis 360 Euro jährlich gibt es 50 Cent pro Euro, darüber hinaus bis 1.800 Euro noch 25 Cent. Für jedes Kind kommen 300 Euro Zulage hinzu. Erstmals werden auch Selbstständige gefördert.
Kernstück ist das Altersvorsorgedepot, das Investitionen in Aktien, Fonds und ETFs ohne Beitragsgarantie erlaubt. Daneben gibt es Standardvarianten mit 80- oder 100-prozentiger Beitragsgarantie. Neben privaten Anbietern soll auch ein öffentlicher Träger ein Standarddepot anbieten.
Was Riester-Sparer jetzt beachten sollten
Nicht kündigen. Bei einer Kündigung müssen Sparer Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen. Wer unzufrieden ist, sollte den Vertrag stattdessen beitragsfrei stellen – Kapital und Zulagen bleiben erhalten.
Wechsel prüfen. Ab 2027 kann das Riester-Vermögen in das neue Modell übertragen werden, für maximal 150 Euro Gebühr. Je länger die Zeit bis zur Rente, desto mehr lohnt sich der Wechsel.


