Die Bundeswehr prüft eine mögliche Nutzung des Bogensee-Areals in Brandenburg, auf dem sich auch die frühere Villa von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels befindet. Bei den Gesprächen über die 16 Hektar große Liegenschaft nördlich von Berlin sind auch das Land Brandenburg und die Gemeinde Wandlitz „eng eingebunden“, sagte ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr der Deutschen Presse-Agentur.
Die internen Planungen und Prüfungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Zum Hintergrund sagte der Sprecher, wegen der sicherheitspolitische Lage und neuer Nato-Vorgaben müsse die Bundeswehr schnell wachsen.
Brand auf Bogensee-Areal beschädigte Gebäude
Deshalb gebe es auch größeren Bedarf an unterschiedlichster Infrastruktur. Aus heutiger Sicht könnten aber noch keine konkreteren Aussagen zu einzelnen Standorten gemacht werden. Zuerst hatte Bild-Zeitung über die Pläne berichtet.
Dem Medium zufolge ist unter anderem die gute Anbindung an die Autobahn (A11 Berlin – Stettin) ein Standortvorteil des Areals. In einen Umbau der ungenutzten Gebäude müssten demzufolge mindestens 300 Millionen Euro investiert werden.
Das Areal am Bogensee mit mehreren Gebäuden im Wald ist seit dem Jahr 2000 ungenutzt und verfällt. Es gehört dem Land Berlin. Dort hatte sich Goebbels ein Landhaus bauen lassen. Seit langem gibt es eine Debatte darüber, wie eine neue Nutzung aussehen kann. Weil das Land Berlin kein Geld und kein Interesse an einer Entwicklung hat, überließ der Senat das Gelände bis Ende 2027 der Gemeinde Wandlitz unentgeltlich zur Nutzung. Die jährlichen Bewirtschaftungskostendes Areals, unter anderem für den Wachschutz, belaufen sich auf rund 200.000 Euro.


