Wirtschaft

Biontech: Gründer kündigen Abschied vom Unternehmen an

Ugur Sahin und Özlem Türeci wollen das Unternehmen bis Ende 2026 verlassen. Geplant ist, eine neue Firma zu gründen. Bekannt wurden die beiden während der Corona-Pandemie.

Die Biontech Gründer Ugur Sahin (l) und  Özlem Türeci bei der Verleihung des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz in der Staatskanzlei in Mainz.
Die Biontech Gründer Ugur Sahin (l) und Özlem Türeci bei der Verleihung des Verdienstordens des Landes Rheinland-Pfalz in der Staatskanzlei in Mainz.Boris Roessler/dpa

Die Gründer des Mainzer Biotechnologie-Unternehmens Biontech, Ugur Sahin und Özlem Türeci, werden das Unternehmen verlassen. Das Ehepaar, das während der Corona-Pandemie durch die Entwicklung eines der ersten mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 weltweit bekannt wurde, scheidet spätestens Ende 2026 aus der operativen Führung aus, wie das Unternehmen mitteilte.

Sahin und Türeci planen demnach, ein neues Unternehmen zu gründen. Gleichzeitig wollen beide weiterhin Anteilseigner von Biontech bleiben. Über die inhaltliche Ausrichtung des neuen Unternehmens sowie über die künftige Führungsstruktur von Biontech nach dem Ausscheiden des Gründerpaares machte das Unternehmen zunächst keine näheren Angaben. Zuvor berichtete auch n-tv.

Mit Covid-19-Impfstoff in den Fokus der Weltöffentlichkeit

Der Schritt markiert einen tiefen Einschnitt für Biontech: Sahin fungiert derzeit als Vorstandsvorsitzender, Türeci als Chief Medical Officer des Unternehmens. Beide haben Biontech 2008 gegründet und über mehr als ein Jahrzehnt aufgebaut, bevor das Unternehmen mit seinem Covid-19-Impfstoff, der gemeinsam mit dem US-Pharmakonzern Pfizer vertrieben wurde, in den Fokus der Weltöffentlichkeit rückte.

Biontech verfolgt neben dem Impfstoffgeschäft eine breite Pipeline an mRNA-basierten Therapien, insbesondere im Bereich der Krebsmedizin. Ob und wie der Weggang der beiden Schlüsselfiguren die strategische Ausrichtung des Unternehmens beeinflusst, dürfte in den kommenden Monaten eine zentrale Frage für Investoren und die Branche werden. Die Tatsache, dass Sahin und Türeci als Anteilseigner an Bord bleiben wollen, könnte als Signal der Kontinuität gewertet werden – zugleich wirft die Gründung eines konkurrierenden oder komplementären Unternehmens Fragen über mögliche Interessenkonflikte auf.