US-Justizakten

Bill Gates sagt Auftritt in Indien kurzfristig ab: Epstein-Kontroverse überschattet KI-Gipfel

Beim India AI Impact Summit in New Delhi fehlte Bill Gates überraschend. Veröffentlichungen zu seinen früheren Kontakten mit Jeffrey Epstein sorgten zuletzt international für Aufmerksamkeit.

Bill Gates beim Weltwirtschfatsforum in Davos
Bill Gates beim Weltwirtschfatsforum in DavosFabrice Coffrini/AFP

Beim India AI Impact Summit 2026 in New Delhi kam es am Donnerstag zu einem überraschenden Ende: Bill Gates sagte seine ursprünglich für den späten Vormittag geplante Grundsatzrede nur wenige Stunden vor dem Auftritt ab. Stattdessen vertrat Ankur Vora, Präsident der Büros der Gates Foundation für Afrika und Indien, die Stiftung vor den Delegierten.

Offiziell begründete die Gates Foundation den Rückzug damit, dass der Fokus des Gipfels auf den zentralen Prioritäten der Konferenz liegen solle. Beobachter und internationale Medien sehen den Schritt jedoch im direkten Zusammenhang mit der wieder aufgeflammten Kritik an Gates’ früherer Verbindung zu dem toten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

Denn die Absage erfolgte wenige Tage, nachdem in den vergangenen Wochen E-Mails aus US-Justizakten veröffentlicht wurden, die unter anderem Kommunikationsspuren zwischen Epstein und Angestellte der Gates Foundation enthalten – was international für Schlagzeilen sorgte und die Präsenz von Gates in Delhi infrage stellte.

Neue Veröffentlichungen zu Gates und Epstein

Zu den Dokumenten gehören auch Fotos, die Gates mit jungen Frauen zeigen, deren Gesichter unkenntlich gemacht wurden. Wo und wann die Aufnahmen entstanden, geht aus den veröffentlichten Materialien nicht hervor. Medienberichten zufolge hielt sich Gates zudem mehrfach auf Epsteins Privatinsel auf. Die Veröffentlichungen sorgten international für neue Debatten und stellten Gates‘ geplanten Auftritt beim Gipfel in New Delhi in Frage. Gates hat frühere Treffen mit Epstein eingeräumt und öffentlich erklärt, es sei ein „großer Fehler“ gewesen, Zeit mit ihm zu verbringen. Persönliche Anschuldigungen, die in einzelnen Dokumenten angedeutet werden, weist er zurück.

In den indischen Medien und sozialen Netzwerken wurde die Absage breit diskutiert. Kritiker verwiesen darauf, dass Gates’ Teilnahme angesichts der jüngsten Veröffentlichungen politisch schwer haltbar sei. Regierungsstellen in Neu-Delhi äußerten sich nur zurückhaltend; Premierminister Narendra Modi ging in seinen Reden nicht auf die Kontroverse ein, und der zuständige IT-Minister beantwortete Fragen dazu ausweichend. Lokale Berichte betonen zugleich organisatorische Probleme beim Gipfel, darunter logistische Schwierigkeiten und Verkehrschaos rund um das Veranstaltungszentrum.

Der AI Impact Summit, der bis zum 20. Februar läuft, versammelt führende Politiker und Technologievertreter aus aller Welt, darunter Macron, Sundar Pichai von Google und Sam Altman von OpenAI. Er gilt als wichtiges Forum für globale KI-Diskussionen und Investitionszusagen. Trotz des Eklats um Gates’ Absage wurde dem Gipfel zufolge ein zweistelliger Milliardenbetrag an Investitionen in indische KI-Projekte angekündigt.