Niedersachsen

Nach Beschluss auf Linken-Parteitag: Verfassungsschutz prüft Aussagen

Ein Beschluss der niedersächsischen Linken sorgt seit Tagen für Diskussionen. Auch der Verfassungsschutz äußert sich jetzt.

Thorben Peters ist der geschäftsführender Landesvorsitzende der Linken in Niedersachsen.
Thorben Peters ist der geschäftsführender Landesvorsitzende der Linken in Niedersachsen.Michael Matthey/dpa

Der Verfassungsschutz in Niedersachsen hat angekündigt, einige Aussagen die auf dem Landesparteitag der Linken am vergangenen Wochenende getätigt wurden, zu prüfen. Wie die Behörde auf der Plattform X mitteilte, würden „etwaige antisemitische bzw. auch alle weiteren Tendenzen, die verfassungsschutzrechtlich relevant sein könnten“ kontinuierlich geprüft.

Auf dem Landesparteitag der niedersächsischen Linken am Wochenende stimmten 104 von 157 Delegierten für einen Antrag der Linksjugend. Darin hieß es unter anderem, die Linke stelle sich gegen die „herrschende Apartheid und den stattfindenden Genozid in Palästina“.

Niedersachsens Antisemitismusbeauftragter Gerhard Wegner nennt den Beschluss katastrophal. Die Linke versuche, mit Antisemitismus Wählerstimmen zu gewinnen, sagte er dem Norddeutschen Rundfunk (NDR).

Antisemitismus-Vorwürfe auch innerhalb der Linken

Der Landesvorsitzende der Linken, Thorben Peters, widersprach dem Vorwurf Wegners, die Partei spreche Israel das Existenzrecht ab. Der Parteitag habe sich klar gegen Antisemitismus positioniert. „Für uns ist entscheidend, dass Kritik an Regierungspolitik nicht mit Antisemitismus gleichgesetzt wird“.

Die Formulierung des „real existierenden Zionismus“ werde unterschiedlich verstanden, so Peters. Für die Linke sei aber entscheidend, dass es bei der Formulierung um „konkrete politische Ausprägungen und Entwicklungen“ gehe und damit nicht „eine abstrakte oder allgemeine Definition von Zionismus“ beschrieben werde.

Zuletzt beklagten führende Politiker der Linken ein „Antisemitismusproblem“ innerhalb der Partei. Grund war der Parteiaustritt des Brandenburger Antisemitismusbeauftragten Andreas Büttner. Der Linken-Bundestagsabgeordnete und ehemalige Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow kritisierte die eigene Partei gegenüber dem Spiegel scharf. Die Linke müsse aufpassen, von einer politisch wirksamen Partei nicht zu einer Glaubensgemeinschaft, „um nicht von einer Sekte zu sprechen“, zu werden. Der frühere parlamentarische Geschäftsführer der Linkenfraktion, Jan Korte, kritisierte den Beschluss vom niedersächsischen Parteitag. Er sprach von einem „massiven Antisemitismusproblem“.