Artemis-Gelände

Berliner Senat: Absage für 200-Meter-Hochhaus am Westkreuz

Geplanter „Messe-Tower" der Artemis-Betreiber widerspricht Berlins Stadtplanung. Man sei „planerisch auf einem ganz anderen Pfad unterwegs“.

Berliner Senat lehnt 200-Meter-Hochhaus auf dem Grundstück des Großbordells Artemis an der Halenseestraße ab.
Berliner Senat lehnt 200-Meter-Hochhaus auf dem Grundstück des Großbordells Artemis an der Halenseestraße ab.Thomas Meyer/OSTKREUZ

Die Berliner Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt hat sich klar gegen den Plan ausgesprochen, auf dem Grundstück des Großbordells Artemis an der Halenseestraße ein bis zu 200 Meter hohes Gebäude zu errichten. Das Vorhaben stehe im Widerspruch zu den langjährigen städtebaulichen Planungen für den sogenannten „Stadteingang West", erklärte Kahlfeldt am Montag bei einer Sitzung des Baukollegiums.

„Wir haben uns ganz bewusst gegen diese Solitärstrategie eines so hohen Hauses entschieden", sagte die Senatsbaudirektorin. Berlin sei planerisch auf einen ganz anderen Pfad unterwegs.

Die Betreiber des Großbordells Artemis hatten die Errichtung eines sogenannten Messe-Towers auf ihrem Gelände vorgeschlagen. Die Architekten der Büros Max Dudler und CF Möller stellten das Projekt im Baukollegium vor. Ihren Entwürfen zufolge könnte das Hochhaus eine Höhe zwischen 176 und 224 Metern erreichen – und damit den 146 Meter hohen Berliner Funkturm deutlich überragen. Im Sockelgeschoss des Gebäudes war eine offene Durchwegung zum Bahnhof Westkreuz vorgesehen.

Auch das Baukollegium sieht das Projekt kritisch

Nicht nur die Senatsbaudirektorin, auch die Fachleute im Baukollegium kamen zu dem Ergebnis, dass ein Hochhaus dieser Größenordnung nicht zum geplanten „Stadteingang West" passe. Dieses städtebauliche Konzept umfasst das Gebiet vom Westkreuz bis zum Bahnhof Grunewald und sieht nach Angaben Kahlfeldts bewusst keine einzeln stehenden Hochhäuser vor.

Den entsprechenden Rahmenplan für den „Stadteingang West" will der Berliner Senat laut Kahlfeldt in den kommenden Wochen beschließen. Damit dürften die Chancen für den geplanten Messe-Tower weiter sinken.