Alles andere als ein ruhiger Samstag in Marzahn: Zwei Demonstrationen sorgten am frühen Abend für Aufregung zwischen den Hochhäusern des Berliner Nordostens. Statt der angemeldeten 200 Teilnehmer demonstrierten rund 1000 Menschen ab 16 Uhr unter dem Motto „Patriarchat sterben lassen – antifaschistisch kämpfen“ gegen Femizide und rechten Aktivismus. Dieser habe in der jüngeren Vergangenheit besonders in Marzahn zugenommen, hieß es.
So sollen etwa Organisatoren der bundesweiten Anti-CSD-Proteste von Rechtsaußen aus dem Bezirk stammen und dort politisch agieren.
Passend dazu meldeten rechte Gruppierungen eine Gegendemo an.
Bereits eine Stunde früher starteten die etwa 120 rechtsextremen Demonstranten unter dem Motto „Gegen Linkspropaganda und Lügen der Antifa“. Vorab angemeldet waren 400 Teilnehmer. Offenbar war dies der erste Neonazi-Aufmarsch seit vier Jahren in Berlin. Teilnehmer trugen etwa Kleidung der rechtsextremen Kleinstpartei Der Dritte Weg und ein Banner mit der Aufschrift „Stopp den linken Terror“.

Wie ein Reporter der Berliner Zeitung berichtet, waren zahlreiche Teilnehmer in beiden Lagern vermummt, beide Gruppierungen waren überwiegend schwarz gekleidet. Zwar blieb es trotz kämpferischer Sprechchöre beider Seiten weitgehend friedlich, doch Lautsprecher-Durchsagen zufolge kam es auf der linken Demo zu vereinzelten Festnahmen wegen Verstößen gegen das Vermummungsverbot.
Dies konnte die Polizei auf Nachfrage allerdings zunächst nicht bestätigen. Auf X und mittels Lautsprecher-Durchsagen wurden linke Demo-Teilnehmer vor dem Heimweg gewarnt – Teile der rechten Demo hätten sich abgespalten und würden in Kleingruppen durch Marzahn streifen.


