Nahost

Bericht: USA drängen Israel, Angriffe auf Irans Ölinfrastruktur zu stoppen

Angriffe auf Öldepots hüllten Teheran in schwarzen Rauch. Die USA sollen Israel einem Bericht zufolge aufgefordert haben, iranische Energieanlagen nicht mehr anzugreifen.

Nach einem Angriff auf ein Öldepot steigt Rauch über Teheran auf.
Nach einem Angriff auf ein Öldepot steigt Rauch über Teheran auf.Sasan/imago

Die US-Regierung hat Israel offenbar aufgefordert, keine weiteren Angriffe auf Energieanlagen im Iran, insbesondere Ölinfrastruktur, durchzuführen. Die Trump-Regierung richtete am Montag eine entsprechende Anfrage an Israel, wie das Portal Axios unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet.

Die Botschaft wurde auf höchster politischer Ebene und an den israelischen Generalstabschef Eyal Zamir übermittelt, sagte ein israelischer Beamter dem Bericht zufolge.

Drei Gründe für Forderung der USA

Israel hatte laut Reuters am Wochenende mehrere iranische Treibstofflager angegriffen, wodurch die Hauptstadt Teheran in schwarzen Rauch gehüllt wurde. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, erklärte dem Bericht zufolge, die Angriffe setzen „gefährliche Stoffe und giftige Substanzen in die Luft frei, vergiften Zivilisten, zerstören die Umwelt“.

Die US-Seite nannte laut Axios drei Gründe für ihre Forderung an Israel. Erstens schadeten solche Angriffe der iranischen Zivilbevölkerung, von der ein großer Teil die iranische Führung ablehne. Zweitens plane US-Präsident Donald Trump, nach dem Krieg mit dem iranischen Ölsektor zusammenzuarbeiten, ähnlich wie in Venezuela. Drittens könnten die Angriffe massive iranische Vergeltungsschläge auf Energieanlagen in den Golfstaaten auslösen.

Trump droht Iran bei Blockade von Straße von Hormus

Mehrere Golfstaaten meldeten zwar iranische Angriffe auf Energieanlagen, aber laut Axios wurde dabei bisher kein dauerhafter Schaden verursacht. Die USA befürchten jedoch, dass weitere israelische Angriffe den Iran zu härteren Vergeltungsschlägen bringen und den Ölpreis so weiter in die Höhe treiben könnten.

Eine Quelle sagte gegenüber Axios, Trump betrachte Angriffe auf Irans Energie- und Ölinfrastruktur als „Notlösung“, falls Teheran zuerst absichtlich Ölanlagen in den Golfstaaten angreife. Trump drohte zudem auf Truth Social, die USA würden den Iran „zwanzigmal härter“ treffen, sollte das Land Öltransporte durch die Straße von Hormus blockieren, eine wichtige Handelsroute für Öl.

Auch der republikanische Senator Lindsey Graham, laut Axios einer der lautstärksten Befürworter des Iran-Kriegs im US-Kongress, rief Israel zur Zurückhaltung auf. „Bitte seien Sie vorsichtig bei der Auswahl Ihrer Ziele“, schrieb er auf X. Es sei das Ziel der USA, das iranische Volk „auf eine Weise zu befreien, die seine Chance auf ein neues und besseres Leben nach dem Sturz dieses Regimes nicht zunichte macht“. Dafür werde die Ölwirtschaft von zentraler Bedeutung sein.

Das Weiße Haus, das US-Außenministerium und die israelische Botschaft in Washington reagierten laut Reuters nicht unmittelbar auf Anfragen.