Hafenblockade

Bericht: Trump lässt längere Iran-Blockade vorbereiten – Ölpreis über 110 Dollar

Einem Bericht zufolge setzt Trump auf eine verlängerte Blockade iranischer Häfen. Die Ölpreise verharren auf einem hohen Niveau.

US-Präsident Donald Trump erwägt offenbar einen einseitigen Sieg über den Iran zu verkünden.
US-Präsident Donald Trump erwägt offenbar einen einseitigen Sieg über den Iran zu verkünden.Alex Brandon/dpa

US-Präsident Donald Trump hat seine Berater offenbar angewiesen, sich auf eine längere Seeblockade iranischer Häfen einzustellen, wie das Wall Street Journal unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichtet. Er wolle dadurch den wirtschaftlichen Druck auf den Iran aufrechterhalten, hieß es.

Am Dienstag hatte Trump in seinem Onlinenetzwerk Truth Social erklärt, der Iran habe den USA mitgeteilt, dass er sich in einem „Zustand des Zusammenbruchs“ befinde und wolle, dass die Straße von Hormus „so schnell wie möglich“ freigegeben werde.

Vermittler in Pakistan erwarten, in den nächsten Tagen einen überarbeiteten iranischen Vorschlag für eine Beendigung des Krieges zu erhalten, wie CNN unter Berufung auf mit dem Prozess vertraute Quellen berichtete. Trump habe zuvor signalisiert, einen früheren Vorschlag nicht zu akzeptieren. Dieser sah einem Bloomberg-Bericht zufolge die Möglichkeit vor, zunächst eine Einigung über die Straße von Hormus zu erreichen und Verhandlungen über das iranische Atomprogramm zu verschieben.

Bericht: USA prüfen einseitige Siegeserklärung

US-Geheimdienste untersuchen, wie der Iran reagieren würde, sollte Trump einen einseitigen Sieg verkünden, wie zwei US-Beamte und eine weitere mit dem Vorgang vertraute Person gegenüber Reuters sagten. Die Analyse erfolge auf Bitte hochrangiger Regierungsvertreter, hieß es.

Es sei das Ziel, Auswirkungen eines möglichen Rückzugs der USA aus dem Krieg zu untersuchen. Einige Berater befürchten dem Bericht zufolge, dass der Konflikt zu Verlusten der Republikaner bei den diesjährigen Kongresswahlen führen könnte. Eine Entscheidung sei bisher jedoch noch nicht gefallen.

Frühere Geheimdiensteinschätzungen seien zu dem Schluss gekommen, dass der Iran eine mit einem US-Abzug verbundene Siegeserklärung als eigenen Sieg werten könnte, während die Führung in Teheran eine anhaltende Truppenpräsenz eher als Verhandlungstaktik betrachten würde, sagte eine Quelle laut Reuters. Eine CIA-Sprecherin erklärte dem Bericht zufolge, man sei mit der berichteten Geheimdiensteinschätzung „nicht vertraut“.

Ölpreise verharren auf hohem Niveau

Die Brent-Rohöl-Futures für Juni gingen laut Reuters am Mittwoch marginal um einen Cent zurück und lagen bei rund 111,25 US-Dollar pro Barrel, nachdem sie in den sieben vorangegangenen Handelstagen gestiegen waren. Der Preis für die US-Sorte WTI lag bei rund 99,63 Dollar pro Barrel, wie aus Bloomberg-Daten hervorging.

Der leichte Rückgang könnte mit der Entscheidung der Vereinigten Arabischen Emirate zusammenhängen, die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) zu verlassen, erklärte der Analyst Anh Pham des Finanzdienstleisters LSEG laut Reuters. Dies deute auf eine verbesserte Versorgungsaussicht hin, weil das Land nicht mehr an Produktionsquoten der Gruppe gebunden sei. Aufgrund der Blockade der Straße von Hormus sei ein Effekt allerdings „nicht unmittelbar zu erwarten“.

Die weitgehende Blockade der Straße von Hormus führt laut Reuters zu Zugriffen auf globale Lagerbestände. Quellen erklärten der Nachrichtenagentur, das American Petroleum Institute habe die zweite Woche in Folge einen Rückgang der US-Rohöl-Lagerbestände gemeldet – um 1,79 Millionen Barrel in der Woche bis 24. April.