Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat US-Präsident Donald Trump für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. „Er schmiedet gerade, während wir hier sprechen, Frieden, in einem Land, einer Region nach der anderen“, sagte Netanjahu am Montag (Ortszeit) bei einem Abendessen mit Trump im Weißen Haus. Netanjahu überreichte Trump ein Schreiben, das er eigenen Angaben zufolge an das Nobelpreiskomitee geschickt hat.
In den zuletzt wieder verstärkten Bemühungen um eine Waffenruhe im Gaza-Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas hatte Trump Netanjahu im Washington zu Gesprächen empfangen.
Pakistan hatte in diesem Jahr bereits ebenfalls angekündigt, Trump für den rennomierten Preis zu nominieren. Zuvor war der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt um die Himalaya-Region Kaschmir Ende April nach einem Anschlag auf indische Touristen mit 26 Toten im indisch kontrollierten Teil von Kaschmir wieder aufgeflammt und auch militärisch eskaliert. Seit dem 10. Mai gilt eine Waffenruhe, die Trump überrraschend verkündet hatte.
„Präsident Trump hat durch sein robustes diplomatisches Engagement sowohl in Islamabad als auch in Neu-Delhi großen strategischen Weitblick und herausragende staatsmännische Fähigkeiten bewiesen, wodurch eine sich rasch verschlechternde Situation deeskaliert wurde“, hieß es in der Erklärung. Diese Intervention sei ein Beweis für seine Rolle als „echter Friedensstifter“.
Trump glaubt an baldige Waffenruhe in Nahost
Auch im Gaza-Krieg zeichnet sich Trump zufolge eine baldige Feuerpause ab. Trump zeigte sich bei dem Treffen mit Netanjahu zudem zuversichtlich, dass die Hamas zu einer Waffenruhe im Gazastreifen bereit ist. „Sie wollen ein Treffen und sie wollen diese Waffenruhe“, sagte Trump zu Beginn des Abendessens im Weißen Haus. „Ich glaube nicht, dass es eine Blockade gibt. Ich denke, dass die Dinge sehr gut vorankommen“, antwortete Trump auf die Frage, was eine Einigung verhindere. Israel hatte dem Vorschlag bereits zugestimmt.
Am Sonntag hatte Trump erklärt, es gebe „gute Chancen“, „diese Woche“ eine Einigung zu erzielen. Am Wochenende war ein israelisches Verhandlungsteam zu indirekten Gesprächen mit der Hamas nach Katar gereist. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt erklärte derweil, die höchste Priorität des Präsidenten im Nahen Osten sei es, „den Krieg im Gazastreifen zu beenden und alle Geiseln zurückzubringen“. Der US-Gesandte Steve Witkoff werde im Laufe der Woche zu den Verhandlungen nach Doha reisen.

Trump wollte Ukrainekrieg in einem Tag beenden
Trump war im Laufe der Jahre bereits mehrfach von Anhängern und Abgeordneten für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden. Er hat kein Geheimnis daraus gemacht, wie sehr es ihn ärgert, dass er den Preis bisher noch nicht bekommen hat – etwa für seine Vermittlerrolle in Konflikten zwischen Indien und Pakistan oder Serbien und dem Kosovo oder für seinen Einsatz für die Abraham-Abkommen, die auf eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten abzielen.
Trump hatte im Wahlkampf versprochen, den Krieg in der Ukraine sofort nach seinem Wahlsieg zu beenden. Mehr als fünf Monate nach seinem Amtsantritt dauern sowohl der Krieg in der Ukraine als auch der Gaza-Krieg weiter an. An dem letzteren hatten sich die USA aktiv beteiligt mit einer Bombardierung der iranischen Atomanlagen.
So erfolgt die Auswahl für den Friedensnobelpreis
Die Nominierung und Auswahl für den Friedensnobelpreis erfolgt in einem streng geregelten Verfahren unter der Leitung des Norwegischen Nobelkomitees. Bis zum 31. Januar eines Jahres können nur bestimmte Personengruppen – darunter Parlamentarier, Professoren relevanter Fachrichtungen, frühere Preisträger und internationale Richter – Kandidatinnen und Kandidaten schriftlich vorschlagen.
Aus den eingegangenen Nominierungen erstellt das Komitee eine Auswahlliste, die von externen Expertinnen und Experten geprüft wird. In mehreren Sitzungen berät das fünfköpfige Komitee schließlich über die Vergabe und trifft die Entscheidung per Mehrheitsvotum. Die Namen der Nominierten bleiben für 50 Jahre geheim, die Bekanntgabe des Preisträgers erfolgt traditionell Anfang Oktober, die feierliche Verleihung am 10. Dezember in Oslo. (mit AFP)


