Der Berliner Senat hat am Dienstag beschlossen, eine Internationale Bauausstellung (IBA) in den Jahren 2034 bis 2037 auszurichten. Das Vorhaben war bereits im Koalitionsvertrag verankert. Der Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Christian Gaebler (SPD), legte den entsprechenden Entwurf vor, der auch die Gründung einer landeseigenen IBA-Gesellschaft zur Organisation des Vorhabens vorsieht.
Eine IBA ist keine herkömmliche Messe. Vielmehr handelt es sich um einen über viele Jahre angelegten Prozess, in dessen Verlauf Architekten und Stadtplaner aus aller Welt gemeinsam an konkreten baulichen Lösungen für städtische Probleme arbeiten. Die fertigen Projekte werden anschließend vor Ort zugänglich gemacht. Neben Architektur fließen dabei auch soziale, ökologische und wirtschaftliche Themen ein.
Für Berlin wäre es die dritte Bauausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg. Die „Interbau“ Mitte der 1950er Jahre hinterließ unter anderem das Hansaviertel und das heutige Haus der Kulturen der Welt. Die IBA 1984/87 prägte vor allem Kreuzberg: Heruntergekommene Altbauten wurden so instand gesetzt, dass die Bewohner dort wohnen bleiben konnten – ein damals neuartiger Ansatz. Dass der Senat nun 2034/37 anpeilt, ist kein Zufall – genau 50 Jahre nach der letzten Berliner IBA.
Kritik vom Berliner Mieterverein: Sind die Ziele jetzt klar?
Frühere Anläufe für Bauausstellungen in Berlin waren gescheitert: Sowohl ein Versuch Ende der 1990er Jahre als auch eine für 2020 geplante IBA wurden eingestellt. Der Berliner Mieterverein hatte im Januar kritisiert, dass greifbare Schwerpunkte für den neuen Anlauf bislang fehlten. „Statt sich zu überlegen, wie man die zahlreichen Stadtentwicklungsprobleme lösen könnte, zäumt der Senat das Pferd von hinten auf, beschließt erstmal das Format IBA und denkt dann darüber nach, was man damit erreichen will“, hieß es im Mietermagazin.
Bausenator Christian Gaebler konkretisierte nun: „Die IBA 2034-37 hat das Ziel, globale Aufgaben der Stadtentwicklung im lokalen Kontext zu bearbeiten. Wir wollen Berlin national und international als Standort für zukunftsfähigen Städtebau positionieren.“ Statt auf großflächigen Neubau zu setzen, sollen vorhandene Quartiere weiterentwickelt und wenig genutzte Flächen umgestaltet werden. Klimaschutz und ein schonender Umgang mit dem Berliner Stadtboden stehen thematisch im Vordergrund.


