Deindustrialisierung

BASF verlagert Dienstleistungen nach Indien: Tausende Stellen in Berlin bedroht

Der Chemiekonzern plant einen neuen globalen Hub in Indien. Dafür sollen Arbeitsplätze in Berlin abgebaut werden. Gewerkschaft und Bürgermeister kritisieren die Verlagerung scharf.

BASF plant die Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Indien.
BASF plant die Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Indien.Uwe Anspach / dpa

Der Chemiekonzern BASF will wesentliche Teile seiner internen Dienstleistungen künftig in Indien bündeln. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen Finanz- und Personalservices in einem neuen globalen Hub zusammengeführt werden. Ziel sei es, Kosteneffizienz zu steigern und wettbewerbsfähige Servicestrukturen zu schaffen, erklärte Finanzvorstand Dirk Elvermann.

Am Berliner Standort in Prenzlauer Berg arbeiten derzeit rund 2.800 Beschäftigte im Bereich Global Business Services. Wie viele Stellen konkret verlagert werden, ist nach Unternehmensangaben noch unklar. Die Planungen befänden sich in einem frühen Stadium, die Umsetzung solle schrittweise bis Ende 2028 erfolgen.

BASF zielt nach eigenen Angaben auf einen umfassenden Umbau des Konzerns. Darin werden einerseits in China und Indien globale Hubs geschafft die weltweite Querschnittsaufgaben wahrnehmen. Standorte wie Berlin, Kuala Lumpur (Malaysia) und Montevideo (Uruguay) sollen sich auf regionale Aufgaben konzentrieren.

Scharfe Kritik von Politik und Gewerkschaft

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner zeigte sich besorgt und forderte transparente Planungen sowie einen sozialverträglichen Umgang mit den Beschäftigten. Die Gewerkschaft IGBCE nannte die Pläne verantwortungslos. Vorsitzender Michael Vassiliadis kritisierte, dass ein tarifliches Vorzeigeprojekt beendet werde, das seit 2005 Tausende Arbeitsplätze in Berlin gesichert habe.

BASF kämpft seit längerem mit Nachfrageschwäche und gesunkenen Preisen. Im Stammwerk Ludwigshafen wurden bereits Anlagen stillgelegt und mehrere Sparprogramme gestartet.