Die Deutsche Bahn stellt sich auf einen langen Sanierungsprozess ein. „Die Schiene in Deutschland in Ordnung zu bringen, dafür werden wir zehn Jahre brauchen“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Bahn, Evelyn Palla, der Deutschen Presse-Agentur. Auch die derzeit so hohen Bundesmittel wie nie zuvor würden daran nichts ändern.
Bund und Bahn planen, bis 2036 mehr als 40 vielbefahrene und überalterte Strecken grundlegend zu erneuern. Zur Finanzierung sollen Mittel aus dem schuldenfinanzierten Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur fließen. In diesem Jahr will der Konzern mehr als 23 Milliarden Euro verbauen. Das bedeutet voraussichtlich 28.000 Baustellen nach rund 26.000 im Vorjahr.
Vollsperrungen sind für die Bahn ohne Alternative
Am Konzept der gebündelten Korridorsanierung mit monatelangen Vollsperrungen hält Palla trotz Kritik fest. „Wir bauen nicht so, weil wir irgendjemanden ärgern wollen, sondern weil das mittlerweile einfach alternativlos ist“, erläuterte sie.
Die aktuelle Sanierung der Strecke Hamburg–Berlin, die ursprünglich bis Ende April fertig sein sollte, verzögert sich allerdings wegen wochenlanger Kälte um mehrere Wochen. Am 13. März will die Bahn einen neuen Termin nennen.
Sofortprogramme für mehr Sauberkeit und Sicherheit
Parallel wirbt Palla um Geduld – und verwies auch auf die Sofortprogramme für mehr Sauberkeit und Sicherheit an Bahnhöfen, besseren Komfort im Fernverkehr sowie eine verbesserte Reisendeninformation. „Es muss jetzt sofort auch ganz konkret bei den Kundinnen und Kunden ankommen, dass sich bei der Bahn etwas zum Positiven ändert“, sagte die Bahnchefin.


