Medienbericht

Nach nur drei Monaten: Deutsche Bahn will Finanzchefin offenbar entlassen

Die Finanzvorständin des Konzerns, Karin Dohm, hat offenbar den Betriebsrat und Politiker gegen sich aufgebracht. Jetzt soll sie wieder entlassen werden.

Karin Dohm soll bald nicht mehr Finanzvorständin der Deutschen Bahn sein.
Karin Dohm soll bald nicht mehr Finanzvorständin der Deutschen Bahn sein.Sebastian Gollnow/dpa

Die Deutsche Bahn hat sich offenbar bereits wieder von der neuen Finanzvorständin Karin Dohm getrennt. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtete, soll der Aufsichtsrat die Abberufung auf seiner Sitzung in drei Wochen beschließen.

Der Zeitung zufolge wollte Aufsichtsratschef Werner Gatzer bereits am Donnerstagabend in einer digitalen Sitzung über die Personalie informieren, er sagte das Treffen jedoch ab. Bis in drei Wochen sollen Formalia geklärt werden.

Deutsche Bahn-Betriebsrat äußert scharfe Kritik an Dohm

Dohm habe intern für Kritik gesorgt, weil sie die Angestellten unmittelbar nach Amtsantritt einer Leistungskontrolle unterziehen wollte. Doch auch Politiker kritisierten Dohm, als diese im Dezember eine sogenannte Gesellschafterweisung unterschrieb, die die Aufspaltung der Bahn-Tochter DB Services zur Folge hat. Der Zeitung zufolge sprach sie zuvor nicht mit den Interessensvertretern.

In einer Mitteilung der Konzernbetriebsratsvorsitzenden, die der SZ vorliegt, heißt es: „Die Vorgehensweise, für die sich Karin Dohm bei der DB Services entschieden hat, zeugt weder von sozialer Kompetenz noch von Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten“.

Dohm war zuvor Finanzchefin bei der Baumarktkette Hornbach, Anfang 2025 wechselte sie zum Autozulieferer Conti, wo sie aber ebenfalls nur zwei Monate blieb.

Die neue Bahn-Chefin Evelyn Palla will den angeschlagenenen Konzern massiv umkrempeln. Anfang des Jahres kündigte sie „eine deutliche Verschlankung der Konzernleitung“ an. Das soll jährliche Einsparungen in Höhe von 500 Millionen Euro bringen.  

Bereits im vergangenen Jahr hatte Palla einen umfassenden Umbau des Konzerns angekündigt. Dabei sah sie Folgendes vor: Der Konzernvorstand soll künftig nur noch sechs Vorstandsressorts haben. Dort fallen die Posten für Technik und Digitalisierung sowie Infrastruktur weg. Bei den Konzerntöchtern DB Regio und DB Fernverkehr wird jeweils der Posten des Marketing-Vorstands gestrichen, auch die Infrastrukturtochter InfraGO hat künftig zwei Vorstände weniger.