Der Axel Springer Verlag hat eine Vereinbarung über den Erwerb der Telegraph Media Group getroffen. Der Kaufpreis beträgt umgerechnet 662,4 Millionen Euro. Damit wechselt eine der ältesten Zeitungen Großbritanniens in deutschen Besitz.
Springer-Chef Mathias Döpfner erklärte, der Berliner Konzern habe bereits vor mehr als 20 Jahren versucht, das Unternehmen zu kaufen – damals ohne Erfolg. Mit der nun getroffenen Vereinbarung verfolge Springer das Ziel, den Telegraph zum führenden bürgerlich-konservativen Medium der englischsprachigen Welt auszubauen.
Springer baut sein internationales Medienportfolio aus
Der Telegraph ist als rechtskonservatives Blatt bekannt und pflegt traditionell enge Verbindungen zur Konservativen Partei Großbritanniens. Diese Nähe brachte der Zeitung in der Vergangenheit wiederholt Kritik ein: Ihr wurde vorgeworfen, in ihrer Berichterstattung nicht ausreichend unabhängig zu agieren. Im Jahr 2015 verließ der leitende Politikkommentator Peter Oborne die Zeitung aus genau diesem Grund. Der „Telegraph" wies die Vorwürfe seinerzeit zurück.
Mit dem Kauf baut Axel Springer sein internationales Medienportfolio weiter aus. Der Konzern, zu dem unter anderem die Bild-Zeitung und die Welt gehören, setzt damit ein klares Signal für seine Expansion im englischsprachigen Markt. Ob die britische Medienaufsicht den Deal noch prüfen oder genehmigen muss, geht aus den bisherigen Angaben nicht hervor.


