Der Landrat des Kreises Nordhausen in Thüringen, Matthias Jendricke (SPD), wird erneut mit dem Tod bedroht. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, ermittelt die Polizei wegen Bedrohung und Beleidigung. Die Drohschreiben nehmen dabei teils direkt Bezug auf das von Jendricke initiierte Arbeitsprojekt für junge Bürgergeld-Empfänger, das bundesweit Aufmerksamkeit erregt hat. Ein Sprecher der Polizei Nordhausen erklärte, man prüfe alle Ermittlungsansätze, könne bislang aber noch keine Ergebnisse vorweisen.
Jendricke hatte in seinem Landkreis ein Pilotprojekt eingeführt, das Unter-25-Jährige ohne nachvollziehbaren Grund für Arbeitslosigkeit zu gemeinnütziger Arbeit verpflichtet. Wer sich weigert, muss mit Leistungskürzungen rechnen. Für die kommunale Arbeit erhalten die Teilnehmer einen Euro pro Stunde. Auch das Ordnungsamt wurde eingebunden: Bei Nicht-Erscheinen schauen Mitarbeiter bei den Betroffenen zu Hause vorbei.
Das Modell stößt auch über die Grenzen Thüringens hinaus auf Interesse. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) hat einen ähnlichen Vorschlag im Wahlkampf für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gemacht, wie die Bild berichtet. Schulze könne sich demnach vorstellen, das Konzept flächendeckend in seinem Bundesland einzuführen.


