US-Präsident Donald Trump hat erneut mit Angriffen auf Energieanlagen im Iran gedroht. Bei „ernsthaften Gesprächen“ mit einer „neuen und vernünftigeren“ iranischen Führung seien große Fortschritte erzielt worden, schrieb Trump am Montag auf Truth Social. Sollte es jedoch nicht zu einer Einigung kommen, würden die USA „alle Kraftwerke, Ölquellen und die Insel Kharg (und möglicherweise alle Entsalzungsanlagen) in die Luft jagen und vollständig auslöschen“.
Der US-Präsident hatte vor etwa einer Woche schon einmal mit Angriffen auf iranische Kraftwerke gedroht und dem Iran ein Ultimatum von 48 Stunden gesetzt, um die Straße von Hormus – eine wichtige Handelsroute für Öl – vollständig zu öffnen. In den darauffolgenden Tagen verlängerte er das Ultimatum jedoch mehrfach und verwies auf „sehr gute“ Verhandlungen mit dem Iran.
Trump würde „am liebsten das Öl im Iran nehmen“
Trump sagte zudem in einem Interview mit der Financial Times, er würde „am liebsten das Öl im Iran nehmen“. Ein solcher Schritt würde die Einnahme der Insel Kharg beinhalten, die für den iranischen Ölexport von zentraler Bedeutung ist. „Vielleicht nehmen wir die Insel Kharg ein, vielleicht auch nicht“, sagte Trump dazu. Er gab zudem an, dass der Iran zugestimmt habe, 20 Tanker durch die Straße von Hormus passieren zu lassen.
Gegenüber der Financial Times behauptete er zudem, Modschtaba Chamenei, der Sohn und Nachfolger des getöteten Ali Chamenei als neuer Oberster Führer, sei „entweder tot oder in extrem schlechtem Zustand“. Teheran habe dem Bericht zufolge beteuert, dass es ihm gut gehe.
Iran weist Berichte über Verhandlungen erneut zurück
Der Iran hat Berichte über laufende Verhandlungen mit den USA mehrfach zurückgewiesen. Am Montag erklärte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, dass der Iran bisher keine direkten Gespräche mit den USA geführt habe, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Es habe lediglich Botschaften gegeben, die von Vermittlern übertragen wurden.
Die USA hatten letzte Woche verkündet, dem Iran einen 15-Punkte-Waffenstillstandsplan vorgeschlagen zu haben, der auch die Wiedereröffnung Straße von Hormus und die Einschränkung des iranischen Atomprogramms vorsah. Teheran wies den Plan jedoch zurück und legte eigene Vorschläge vor. Baghaei bezeichnete die US-Pläne am Montag als „übertrieben und unangemessen“.

