Nahost-Krieg

Trump: „Am liebsten würde ich das Öl im Iran nehmen“

US-Präsident Donald Trump äußert sich in einem Interview über iranisches Öl. Zudem bringt er eine mögliche Übernahme der Insel Kharg ins Spiel.

US-Präsident Donald Trump spricht zu Reportern an Bord der Air Force One
US-Präsident Donald Trump spricht zu Reportern an Bord der Air Force OneMark Schiefelbein/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat erklärt, er wolle die Kontrolle über iranisches Öl ausüben. „Ehrlich gesagt, am liebsten würde ich das Öl im Iran nehmen“, sagte er in einem Interview mit der Financial Times. „Aber einige dumme Leute in den USA fragen: ‚Warum tut ihr das?‘ Aber das sind dumme Leute“, fügte er hinzu.

Er zog dem Bericht zufolge einen Vergleich zu Venezuela. Die USA hatten nach der Festnahme des Präsidenten Nicolás Maduro im Januar erklärt, die dortige Ölindustrie „auf unbestimmte Zeit“ kontrollieren zu wollen.

Ein solcher Schritt würde die Einnahme der Insel Kharg beinhalten, die für den iranischen Ölexport von zentraler Bedeutung ist. „Vielleicht nehmen wir die Insel Kharg ein, vielleicht auch nicht. Wir haben viele Optionen“, sagte Trump dazu. „Ich glaube nicht, dass sie irgendeine Verteidigung haben. Wir könnten sie sehr leicht einnehmen.“

Trump sieht Fortschritte bei Gesprächen mit dem Iran

Die USA haben zahlreiche Streitkräfte in den Nahen Osten verlegt. 3500 Soldaten trafen laut Financial Times am Freitag in der Region ein, darunter 2200 Marines. Weitere Marines sowie Tausende Soldaten der 82. Luftlandedivision seien auf dem Weg. Das Pentagon prüft Berichten zufolge die Entsendung von bis zu 10.000 weiteren Soldaten.

Trump betonte jedoch am Sonntag, dass Gespräche zwischen Washington und Teheran über pakistanische Vermittler gut verlaufen würden. „Ich denke, wir werden einen Deal machen, da bin ich ziemlich sicher, aber es ist möglich, dass wir es nicht tun“, sagte er laut Reuters an Bord der Air Force One. Er bezeichnete die neue iranische Führung als sehr „sehr vernünftig“.

Gegenüber der Financial Times behauptete Trump, Modschtaba Chamenei, der Sohn und Nachfolger des getöteten Ali Chamenei als neuer Oberster Führer, sei „entweder tot oder in extrem schlechtem Zustand“. Teheran hat dem Bericht zufolge beteuert, dass es ihm gut gehe.

Iran warnte USA vor Einsatz von Bodentruppen

Trump hat Iran eine Frist bis zum 6. April gesetzt, einen Deal über eine Waffenruhe zu akzeptieren – andernfalls drohten US-Angriffe auf den iranischen Energiesektor. Laut Trump habe der Iran als „Geschenk“ pakistanisch beflaggte Öltanker durch die Straße von Hormus passieren lassen, zunächst zehn, inzwischen zwanzig. Der iranische Parlamentssprecher Mohammad Baqer Ghalibaf habe dies autorisiert, behauptete Trump. Diese Angaben ließen sich laut Financial Times nicht unmittelbar verifizieren.

Ghalibaf hatte den USA am Sonntag vorgeworfen, einerseits Verhandlungssignale zu senden und andererseits eine Bodeninvasion zu planen. „Solange die Amerikaner Irans Kapitulation anstreben, ist unsere Antwort, dass wir niemals eine Demütigung akzeptieren werden“, erklärte er laut Reuters. Der Iran werde reagieren, sollten US-Soldaten eingesetzt werden.

Der seit rund einem Monat andauernde Krieg hat bereits Tausende Todesopfer gefordert und eine weltweite Störung der Energieversorgung ausgelöst. Der Ölpreis der Sorte Brent stieg am Montagmorgen in Asien laut Financial Times auf über 116 Dollar pro Barrel – ein Anstieg von mehr als 50 Prozent seit Kriegsbeginn.

Pakistans Außenminister Ishaq Dar erklärte Reuters zufolge, sein Land sei bereit, in den kommenden Tagen „substanzielle Gespräche“ zwischen den USA und dem Iran auszurichten. Jedoch war zunächst unklar, ob die beiden Länder ihre Teilnahme zugesagt hatten.