Die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd hat ihren Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus aus Sicherheitsgründen eingestellt. Auslöser sind Angriffe auf Handelsschiffe in der strategisch wichtigen Meerenge zwischen dem Iran, Dubai und dem Oman. Kunden müssten mit Verzögerungen, Umleitungen und Fahrplanänderungen rechnen, teilte das Unternehmen mit.
Am Sonntag wurde der Tanker „Skylight" rund fünf Seemeilen vor der Küste Omans beschossen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Vier Besatzungsmitglieder wurden dabei verletzt. Das unter der Flagge von Palau fahrende Schiff mit einer 20-köpfigen Besatzung sei evakuiert worden. Ein weiterer Tanker wurde laut Reuters ebenfalls angegriffen und beschädigt.
Die Straße von Hormus gilt als eines der wichtigsten Nadelöhre im internationalen Ölhandel. Ein Großteil der weltweiten Öltransporte passiert die enge Wasserstraße.
Deutsche Reedereien in Krisensitzungen
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) mit Sitz in Hamburg bezeichnete die Gefährdungslage in der Region als „äußerst besorgniserregend" und zunehmend kritisch. Nach bisherigen Informationen seien zwar noch keine deutschen Schiffe direkt angegriffen worden, doch von dem Krieg gegen den Iran seien deutsche Reedereien mit zahlreichen Schiffen und Besatzungen unmittelbar betroffen, erklärte der Verband.
Am Sonntag sollten bei zahlreichen deutschen Reedereien Krisensitzungen stattfinden, sagte ein Sprecher. Wo es möglich sei, würden Schiffe umgeleitet.
„Die aktuelle Eskalation trifft das Herz globaler Seehandelsrouten und auch die Schiffe deutscher Reedereien, vor allem aber die Menschen an Bord, unmittelbar", sagte Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des VDR. Damit rückt neben den wirtschaftlichen Folgen vor allem die Sicherheit der Besatzungen in den Fokus – ein Aspekt, der angesichts der jüngsten Verletzten auf der „Skylight" besondere Dringlichkeit erhält.


