Im Ölhafen Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist es am Samstag zu einem Brand gekommen. Über der Hafenstadt am Golf von Oman stiegen schwarze Rauchwolken auf, wie auf Videos in sozialen Netzwerken zu sehen war. Nach Angaben der Behörden wurde das Feuer durch Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne ausgelöst. Genauere Angaben zum Ort des Brandes oder möglichen Schäden machten die Behörden zunächst nicht. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.
Der Hafen von Fujairah zählt zu den wichtigsten Energieanlagen der Region. Er gilt als eines der größten Öl-Lagerzentren im Nahen Osten und ist ein bedeutender Standort für das sogenannte Bunkering, also das Betanken von Schiffen. Fujairah liegt am Golf von Oman und damit außerhalb des Persischen Golfs. Tanker können dort Öl laden oder auftanken, ohne die Straße von Hormus passieren zu müssen – eine der wichtigsten und zugleich derzeit unsichersten Schifffahrtsrouten der Welt.
Seit Beginn des Iran-Krieges vor rund zwei Wochen ist der Schiffsverkehr durch die Meerenge weitgehend zum Erliegen gekommen. Ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft normalerweise durch diese Passage.

Iran warnt vor Angriffen auf Hafenanlagen
Der Iran hatte zuvor ausdrücklich vor Angriffen auf Hafenanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten gewarnt. Das zentrale Einsatzkommando der iranischen Armee erklärte laut Staatsmedien, emiratische Häfen, Docks und militärische Einrichtungen seien „legitime Ziele“. Begründet wurde dies mit angeblichen US-Militäranlagen und Raketen in den Emiraten. Zivilisten wurden zugleich aufgefordert, Hafenanlagen zu verlassen.
Angriff folgt auf US-Schlag gegen Irans Ölinsel Kharg
Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund einer neuen Eskalation zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump erklärte, US-amerikanische Streitkräfte hätten militärische Ziele auf der iranischen Insel Kharg angegriffen. Die Insel gilt als wichtigste Exportdrehscheibe für iranisches Rohöl. Rund 90 Prozent der iranischen Ölausfuhren werden von dort verschifft. Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, die Operation habe „alle militärischen Ziele“ auf der Insel zerstört.
Zugleich erklärte der Präsident, die USA hätten bewusst darauf verzichtet, die Ölinfrastruktur der Insel anzugreifen. Er habe entschieden, diese „aus Gründen der Anständigkeit“ zu verschonen. Sollte der Iran jedoch weiterhin den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus behindern, werde er diese Entscheidung „sofort überdenken“.
Iranische Medien berichteten, während der Angriffe seien mehr als 15 Explosionen zu hören gewesen. Getroffen worden seien Luftabwehrstellungen, ein Marinestützpunkt und Einrichtungen am Flughafen der Insel. Schäden an der Ölinfrastruktur habe es demnach nicht gegeben. Diese Angaben lassen sich unabhängig nicht überprüfen.
Die iranischen Streitkräfte warnten anschließend vor Vergeltung. Angriffe auf Öl- oder Energieanlagen des Landes würden Gegenangriffe auf Einrichtungen von Unternehmen nach sich ziehen, die mit den Vereinigten Staaten zusammenarbeiten.


