Widerstand

Aktivisten öffnen gesperrten Radweg an Berliner Stadtautobahn A100

Klimagruppe gibt fertiggestellten, aber seit Monaten gesperrten Fahrradweg an fünf Stellen frei. Eine handfest Kritik am schleppenden Radwegeausbau in Berlin.

Aktivisten haben einen fertiggestellten, aber trotzdem gesperrten Radweg entlang der A100, eröffnet.
Aktivisten haben einen fertiggestellten, aber trotzdem gesperrten Radweg entlang der A100, eröffnet.IMAGO/Stefan Zeitz Photography

Das Widerstands-Kollektiv hat in der Nacht zum Freitag den parallel zur A100-Verlängerung verlaufenden Radweg eigenmächtig freigegeben. Wie die Nachfolgeorganisation der Klimagruppe Letzte Generation mitteilte, öffneten sie mit Werkzeug Absperrungen an fünf Stellen. Sie machten nach eigenen Angaben so knapp zwei Kilometer Radweg zugänglich.

Der Fahrradweg war bereits bei der Eröffnung des 16. Bauabschnitts der Stadtautobahn im August 2025 angekündigt worden. Die Senatsverkehrsverwaltung nannte damals das Frühjahr 2026 als Eröffnungstermin, einen konkreten Grund für die monatelange Sperrung des fertigen Weges nannte sie nicht.

Schleppender Radwegeausbau als Auslöser

Ein Mitglied der Gruppe erklärte, dass „im Jahr 2025 in Berlin nur 20,5 km Radweg gebaut wurden – von den 150 km, die im Radverkehrsplan für 2025 vorgesehen waren.“ Engagierte Radfahrende müssten sich daher selbst kümmern.

Die Wahl des Protestortes ist kein Zufall: Die Eröffnung des 16. Bauabschnitts der A100 war von massivem Widerstand begleitet worden. Seit der Freigabe häuften sich Unfälle rund um die Autobahnausfahrt am Treptower Park. Das Widerstands-Kollektiv verwies darauf, dass Fachleute dieses Verkehrschaos und den Anstieg der Unfallzahlen vorhergesagt hätten.