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Bericht: Millionen ADAC-Mitglieder müssen bald mehr zahlen

Der ADAC plant einem Bericht nach die Erhöhung seiner Beiträge um bis zu 25 Prozent. Über 22 Millionen Mitglieder wären betroffen. Im Mai soll entschieden werden.

ADAC-Mitglieder bekommen uneingeschränkte Pannenhilfe, müssen aber wohl bald mehr zahlen.
ADAC-Mitglieder bekommen uneingeschränkte Pannenhilfe, müssen aber wohl bald mehr zahlen.Jan Woitas/dpa

Ein Bericht des Portals Business Insider hat eine geplante kräftige Anhebung der Mitgliedsbeiträge des Allgemeinen Deutschen Automobil-Club e.V. (ADAC) offengelegt. Laut internen Dokumenten sollen die Tarife je nach Mitgliedschaftsmodell um 20 bis 25 Prozent steigen. Über 22 Millionen Mitglieder wären davon betroffen – vor allem Plus- und Premiumkunden müssten deutlich tiefer in die Tasche greifen. Beschlossen werden soll die Erhöhung auf der Hauptversammlung am 23. Mai, gelten würde sie dann wohl ab 2027.

Genaue Beträge wollte der Münchner Verein nicht bestätigen. Eine Sprecherin sagte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Nach sechs Jahren mit stetig steigenden Kosten muss auch der ADAC über eine Beitragsanpassung nachdenken, um Leistungen für Mitglieder in dieser hohen Zahl und mit der gewohnten hohen Qualität zu erbringen.“

Gegenwärtig kostet eine Einzelmitgliedschaft zwischen 54 Euro im Basistarif – mit Pannenhilfe und Abschleppdienst innerhalb Deutschlands – und 139 Euro im Premiumtarif, der unter anderem weltweiten Pannenschutz und Auslandskrankenversicherung einschließt. Den Dokumenten zufolge könnten die Preise auf 64 bis 174 Euro klettern. Familien müssten mit Mehrkosten von bis zu 55 Euro jährlich rechnen.

ADAC-Mitgliedsbeiträge seit sechs Jahren stabil

Zuletzt hatte der Verein seine Beiträge im April 2020 angehoben, nachdem eine außerordentliche Hauptversammlung dies Ende 2019 genehmigt hatte. Davor waren die Tarife seit 2014 unverändert geblieben. Der geplante Schritt sei dem Bericht des Business Insider zufolge innerhalb des Vereins umstritten.

Als Begründung nannte die Sprecherin gestiegene Ausgaben für Energie, Personal, Ersatzteile sowie Abschlepp- und Werkstattdienste. Seit 2020 hätten sich die allgemeinen Lebenshaltungskosten um knapp 24 Prozent verteuert, die spezifischen Autokosten sogar um mehr als 30 Prozent.

Parallel zur Beitragsdebatte hat sich der Automobilclub als Fürsprecher der Autofahrer gegenüber der Mineralölindustrie positioniert. Nach der militärischen Zuspitzung im Nahen Osten seien die Tankstellenpreise unverhältnismäßig schnell nach oben geschnellt, kritisierte ADAC-Sprecher Rainer Pregla Anfang März. Die Lager seien noch mit günstiger eingekauftem Kraftstoff gefüllt, der rasche Aufschlag daher „nicht gerechtfertigt“. Pregla forderte die Bundesregierung auf, eine zeitlich begrenzte Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe zu prüfen, um Autofahrer in der Krise zu entlasten.