Die britische Regierung hat bestätigt, dass Daten von 500.000 Teilnehmern des britischen Forschungsprojekts UK Biobank in China online zum Verkauf angeboten wurden. Die Organisation, die das Projekt betreibt, habe die Regierung am Montag darüber informiert, sagte der britische Technologieminister Ian Murray laut BBC.
Die Daten stammen laut Bloomberg von Freiwilligen und dienen dazu, zu Forschungszwecken die langfristige Gesundheit von Menschen zu erfassen. Die Informationen waren laut UK Biobank in drei Angeboten auf der chinesischen Online-Plattform Alibaba verfügbar, erklärte Murray dem Bericht zufolge. Es habe keine Käufe gegeben.
Minister: Kein „Leck oder Cyberangriff“ verantwortlich
Angaben wie Namen, Adressen, Kontaktdaten oder Telefonnummern sind nicht betroffen. Jedoch könnten Informationen zu Geschlecht, Alter, Geburtsmonat und -jahr, sozioökonomischem Status, Lebensgewohnheiten und Messwerte aus biologischen Proben zu den angebotenen Daten gehören, so Murray.
Rory Collins, CEO und Hauptforscher der UK Biobank, erklärte laut BBC, die Daten seien Forschern an drei Institutionen zur Verfügung gestellt worden. „Ihnen und den beteiligten Personen wurde der Zugang entzogen“, so Collins. Murray sagte, die Veröffentlichung der Daten sei nicht auf einen „Leck oder einen Cyberangriff“ zurückzuführen. „Es handelte sich um einen legitimen Download durch eine ordnungsgemäß akkreditierte Organisation. Das ist das Problem, das identifiziert wurde.“
UK Biobank ergreift mehrere Maßnahmen
Die Forschungsplattform werde vorübergehend abgeschaltet, eine Größenbeschränkung für herunterladbare Dateien eingeführt und eine umfassende Untersuchung eingeleitet, so Collins. Er sagte laut BBC zudem, dass die Daten nach Unterstützung durch die britische und die chinesische Regierung entfernt wurden.
Der stellvertretende Parteivorsitzende von Reform UK, Richard Tice, fragte Murray laut BBC, ob dieser bestätigen könne, „dass unsere Großzügigkeit von diesen chinesischen Forschern tatsächlich nicht missbraucht wird“ und ob die UK Biobank sie künftig ausschließen solle. Murray widersprach und sagte, Tausende chinesische Forscher würden seit 2012 „sicher und zuverlässig“ mit den Daten des Projekts arbeiten.

