Die Situationen hätten nicht unterschiedlicher erscheinen können: Tausende Besucher strömen zum Sowjetischen Ehrenmal in Treptow, wo gestritten und geschimpft wird. Am Sowjetischen Ehrenmal in Pankow hingegen sind sich alle offenbar einig – und für Russland.
An diesem 8. Mai, dem 80. Jahrestag des Kriegsendes, ist das Treptower Ehrenmal streng bewacht. Etliche Mannschaftstransporter der Polizei stehen vor dem Eingang an der Puschkinallee. Wer das Mahnmal besuchen will, muss einen Gang aus Hamburger Gittern passieren und wird von Polizisten beäugt. Denn hier ist ziemlich viel verboten.
Laut einer Allgemeinverfügung, die die Berliner Polizei für diesen Donnerstag und Freitag erlassen hat, sind in den Ehrenmalen und ihrem Umfeld zum Beispiel Fahnen mit russischem Bezug untersagt. Auch das Tragen von militärischen Uniformen und Uniformteilen ist verboten, genauso wie das Tragen von militärischen Abzeichen. Das einzelne oder hervorgehobene Zeigen der Buchstaben V oder Z ist ebenfalls verboten. Nicht statthaft ist auch das Abspielen und Singen von Marsch- und Militärliedern, ebenso das Zeigen des Stankt-Georgs-Bandes, ein schwarz-orange gestreiftes russisches Militärabzeichen. Und zum Schluss untersagt die Polizeiverfügung noch ganz allgemein: „Symbole und Kennzeichen, die geeignet sind, den Russland-Ukraine-Krieg zu verherrlichen“.

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