Freizeit

Sanierung in Treptow-Köpenick: Comeback des Riesenrads im Spreepark rückt näher

Der Spreepark gehört zu den geschichtsträchtigsten Orten. Seit Jahren wird er saniert. Und die Arbeiten laufen trotz Winter planmäßig, teilt Grün Berlin mit.

Zwischen Bäumen erkennbar ist das historische Riesenrad im Spreepark. Nach einer umfassenden Sanierung wird es wieder aufgebaut und soll im kommenden Jahr die Besucher auf 40 Meter Höhe transportieren.
Zwischen Bäumen erkennbar ist das historische Riesenrad im Spreepark. Nach einer umfassenden Sanierung wird es wieder aufgebaut und soll im kommenden Jahr die Besucher auf 40 Meter Höhe transportieren.Paul Zinken/Berliner Zeitung

Der historische Spreepark liegt nicht „in Köpenick“ im engen Sinn, aber im Bezirk Treptow-Köpenick, um genau zu sein – im Plänterwald. Und der Weg dahin ist eine Reise wert. Ein Wechselbad der Sinne und der Gedanken. Du steigst aus dem Auto, der S-Bahn oder vom Rad, läufst die letzten Meter am Plänterwald entlang. Und der Spreepark wirkt erst mal wie ein Ort, der noch unsicher ist, was er will: Vergangenheit oder Zukunft. Sehr viel Grün und noch mehr Zaun. Das Gefühl von „Hier war mal was“ macht sich breit.

Eine Geschichte in drei Abschnitten

Ein Blick in die Geschichtsunterlagen zeigt: Die Vergangenheit des Parks lässt sich in drei Abschnitte einteilen. DDR-Vergnügungspark, gescheiterter Nachwende-Freizeitpark und seit ein paar Jahren Umbauprojekt. Los ging es am 4. Oktober 1969, dem Eröffnungstag des Kulturparks Plänterwald, dem einzigen Freizeit- und Vergnügungspark in der DDR und damit für viele Ost-Berliner ein Ort der Kindheitserinnerung. Schon damals prägte das Riesenrad das Bild der Grünanlage.

Nach der Wende wurde das Gelände in einen westlich geprägten Freizeitpark umgebaut und als Spreepark Berlin weitergeführt. Betreiber wurde die Spreepark GmbH unter Norbert Witte. Der Park bekam neue Fahrgeschäfte und ein anderes Geschäftsmodell, konnte wirtschaftlich aber auf Dauer nicht stabil betrieben werden. Die Besucherzahlen gingen zurück, die Schulden stiegen. Und damit war das Aus für den Park besiegelt.

Insolvenz, Schließung, Stillstand. Danach verwandelte sich das Gelände über Jahre in einen Berliner Lost Place – mit verrosteten Fahrgeschäften, leerstehenden Anlagen und wachsender Legendenbildung um den verlassenen Park. Gerade diese morbide Phase machte den Spreepark noch einmal auf andere Weise berühmt. Ein neuer Abschnitt begann mit dem Kauf des Areals durch das Land Berlin.

Relikte aus der Vergangenheit. Die großen schwimmenden Schwäne stehen auf einer Fläche im Park und warten auf ihre Bestimmung.
Relikte aus der Vergangenheit. Die großen schwimmenden Schwäne stehen auf einer Fläche im Park und warten auf ihre Bestimmung.Paul Zinken

Selbst heute verbreitet der Park im Plänterwald ein besonderes Flair. Und dann steht es da: das Riesenrad. Nicht als bunte Attraktion, sondern als riesiges Versprechen in die Zukunft. Denn aus dem Relikt vergangener Tage soll der Fixstern des Geländes werden: das neue alte Wahrzeichen für die Stadt, das sich drehen soll mit seinen dann 40 Gondeln und die Besucher auf eine Höhe von gut 40 Metern bringen wird.

Die Arbeiten an dem Stahlkoloss gehen planmäßig voran, „trotz einzelner witterungsbedingter Herausforderungen im Winter“, teilt die Grün Berlin GmbH auf Anfrage mit. „Zur Eröffnung in der Saison 2027“ sei das Riesenrad „vollständig einsatzbereit“.

Bis es fertiggestellt ist, gilt es nun, die erforderlichen Bau- und Sanierungsmaßnahmen abzuarbeiten. Neue Gondeln werden noch produziert, da nicht alle historischen Gondeln weiterhin nutzbar sind. Dann werden die „Luftschiffe“ an die Speichen gehängt. „Abschließend steht die Prüfung aller sicherheitsrelevanten Systeme und die Endabnahme an“, gibt Grün Berlin Einblick in die Arbeitsliste für das Riesenrad.

Ein 3000 Quadratmeter großes neues Wasserbecken

Parallel zu den Arbeiten am Riesenrad wird der Bereich rund um das Wahrzeichen umgestaltet. Klare Strukturen mit Sitz- und Terrassenstufen sollen die Besucher zum Verweilen animieren. „Das rund 3000 Quadratmeter große neue Wasserbecken übernimmt dabei eine funktionale Rolle“, schreibt Grün Berlin. Es werde in das Regenwassermanagement eingebunden und ermögliche so eine Einsparung von bis zu 22.600 Kubikmetern Frischwasser pro Jahr.

Umfassende Arbeiten, die einiges an Geld kosten. Laut der Grün Berlin GmbH belaufen sich die Kosten für die „Sanierung, den Umbau und die technische Ausstattung des Riesenrads, einschließlich Wasserbecken und Umfeld, auf rund 8,76 Millionen Euro“.