Veranstaltung

„Ost, West, Welt“: Die Weltbühne-Herausgeber bei Holger Friedrichs „Perspektivwechsel“

Im Theater Ost treffen der Verleger Holger Friedrich und die Autoren Per Leo und Behzad Karim Khani zu einem Talk über Literatur, Politik und die neue Weltbühne zusammen.

Per Leo, Behzad Karin Khani und Holger Friedrich treffen am 19. März im Theater Ost aufeinander.
Per Leo, Behzad Karin Khani und Holger Friedrich treffen am 19. März im Theater Ost aufeinander.Berliner Zeitung

In dem Adlershofer Theater Ost, einstmals Studio der DDR-Hauptnachrichten „Aktuelle Kamera“, wird die Bühne einmal mehr zur Debattenarena. In der Gesprächsreihe „Perspektivwechsel“ trifft der Verleger Holger Friedrich auf die beiden Herausgeber der von ihm wieder zum Leben erweckten Weltbühne: Per Leo und Behzad Karim Khani.

Der Abend mit den beiden Autoren, die unterschiedliche literarische und biografische Perspektiven in die deutsche Gegenwart einbringen, steht unter dem Titel „Ost, West, Welt“ und kreist um die Frage, wie Herkunft, Identität und politische Erfahrung heute den Blick auf Gesellschaft und Öffentlichkeit prägen.

Die Veranstaltung ist Teil eines neuen Talkformats, das Holger Friedrich initiiert hat. In der Reihe diskutiert der Verleger mit wechselnden Gästen über ost- und westdeutsche Perspektiven, politische Konfliktlinien und die Rolle von Medien und Literatur im vereinten Deutschland. Zuletzt waren die Verleger Jakob Augstein und Mathias Döpfner zu Gast. Mehr als drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung geht es dabei immer wieder um die Frage, wie unterschiedlich die Erfahrungen in Ost und West noch sind – und wie man die Lehren dieser Unterschiede nutzbar machen könnte.

Kulturelle Interventionen

Per Leo und Behzad Karim Khani verantworten als Herausgeber-Doppelspitze die neu aufgelegte Zeitschrift Die Weltbühne. Das Magazin knüpft an die berühmte Publikation der Weimarer Republik an, die einst unter Autoren wie Kurt Tucholsky und Carl von Ossietzky zu einem wichtigen Forum politischer und literarischer Debatten wurde. In dieser Tradition sehen sich die Macher der Neuauflage, die sich als Plattform für Streit, Essays und kulturelle Interventionen versteht.

Per Leo, Historiker und Schriftsteller, hat sich in seinen Essays und Büchern immer wieder mit deutscher Geschichte und Erinnerungskultur beschäftigt. Bekannt wurde er unter anderem mit seinem Buch „Flut und Boden“, einer viel diskutierten Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte im Nationalsozialismus.

Behzad Karim Khani gehört zu einer jüngeren Generation von Autoren, die urbane Gegenwart und Migrationserfahrungen literarisch sichtbar machen. Sein Debütroman „Hund, Wolf, Schakal“ erzählt vom Aufwachsen in migrantischen Milieus Berlins und machte ihn zu einer markanten Stimme der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Auch sein späterer Roman „Als wir Schwäne waren“ kreist um Fragen von Herkunft, Zugehörigkeit und sozialem Aufstieg.

Das Trio auf dem Podium hat auf verschiedene Weise Erfahrungen mit Zuschreibungen und Vorurteilen gemacht. Daraus ergibt sich die Frage, ob Herkunft zwangsläufig zu festen Identitäten führt – oder ob sich dahinter nicht vielleicht ein gemeinsamer Horizont finden lässt. Die Diskussion der drei wachen und eloquenten Geister verspricht einen Abend voller Reibung, Ironie und politischer Pointen. Sie verbindet eine gewisse Lust an der Unruhe und an der Auseinandersetzung mit gängigen Gewissheiten, die an diesem Abend garantiert hinterfragt werden. Das Publikum ist eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen und eigene Fragen einzubringen.

Perspektivwechsel III: Ost, West, Welt. Holger Friedrich trifft Per Leo und Behzad Karim Khani. 19. März, 19.30 Uhr im Theater Ost, die Türen öffnen um 18.30 Uhr. Karten und Informationen: www.theater-ost.de