Partei Die Heimat

Neonazis wollen durch Berlin-Mitte ziehen – die Omas gegen rechts machen dagegen mobil

Traditionelle und neue Rechtsextremisten mobilisieren zur Demo am Sonnabend auf der Straße Unter den Linden. Mehrere Gegenkundgebungen sind angemeldet.

Teilnehmer der Protestveranstaltung gegen den Christopher Street Day (CSD)
Teilnehmer der Protestveranstaltung gegen den Christopher Street Day (CSD)dpa

Neonazis wollen an diesem Sonnabend durch das Berliner Stadtzentrum ziehen. Veranstalter sind die Partei Die Heimat (bis Juni 2023 hieß sie NPD) und die Gruppierung Deutsche Jugend voran, ein loser Zusammenschluss von jugendlichen Rechtsextremen.

Der Aufzug, zu dem nach Angaben eines Polizeisprechers 100 Teilnehmer angemeldet sind, soll gegen 13 Uhr am Lustgarten starten. Vom dort soll es die Straße Unter den Linden entlang und durch die Niederlagstraße über Werderscher Markt, Französische Straße und Friedrichstraße zum S-Bahnhof Friedrichstraße gehen.

Mehrere Gegendemos sind angemeldet. Unter anderem wollen die Omas gegen rechts unter dem Motto „Den Nazis keine Mitte“ auf der Straße Unter den Linden demonstrieren. Die Polizei will nach eigenen Angaben mit mehreren Einsatzhundertschaften für Ordnung sorgen.

Die Demo der Rechtsextremen steht unter dem Motto „Betrüger und kriminelle Ausländer raus!“. Dieses steht auch auf den zu erwerbenden Getränkedosen, für die Die Heimat auf der Website „zur Unterstützung der Demonstration am 29.11.“ wirbt. Die Partei wird dem traditionellen Rechtsextremismus zugerechnet. Der Verfassungsschutz beziffert ihre Mitgliederzahl auf rund 160.

Berliner Verfassungsschutz beobachtet Deutsche Jugend voran

Zu den neueren Gruppierungen zählt zum Beispiel Deutsche Jugend voran (DJV). Deren Anhänger wollen ebenfalls an der Demo teilnehmen. Der Verfassungsschutz rechnet die Gruppe mehreren aktionsorientierten rechtsextremistischen Jugendbewegungen zu.

Die Behörde hatte die Gruppierung zunächst als reines Internetphänomen betrachtet. In den analogen Bereich schwappte es im Sommer vergangenen Jahres, als DJV-Anhänger in Berlin Teilnehmer des Christopher Street Day angriffen. Danach kam es noch mehrfach zu gewalttätigen Übergriffen der Gruppierung auf politische Gegner. Im Mai dieses Jahres stufte der Berliner Verfassungsschutz die Gruppe als Beobachtungsobjekt ein.

Ende September vollstreckten Einsatzkräfte des Landeskriminalamtes unter anderem in Marzahn, Hellersdorf und Kaulsdorf acht Durchsuchungsbeschlüsse bei mutmaßlichen DJV-Mitgliedern wegen des Verdachts der gemeinschaftlichen gefährlichen Körperverletzung. Ein 18-Jähriger wurde verhaftet.