Hässliches Berlin

45.000 Menschen täglich im Ekeltest: Das steckt hinter Berlins siffigstem Bahnhof

Ein Mann erleichtert sich im Gleisbett, Essensreste und Erbrochenes im Tunnel: Deshalb ergibt der Bahnhof Greifswalder Straße im trüben Winter ein schlüssiges Gesamtbild.

Der Tunnel am S-Bahnhof Greifswalder Straße
Der Tunnel am S-Bahnhof Greifswalder StraßeChristian Schwager/Berliner Zeitung

Hilfsbereitschaft zahlt sich aus. Und sei es in Form eines unvergesslichen Augenblicks. Auf einem Bahnsteig der Straßenbahnlinie 4 zum Beispiel, als ein Mann um ein Papiertaschentuch bittet. Nach dessen Erhalt begibt er sich auf die Gleise, zieht die Hose herunter, erledigt sein Geschäft und wischt sich anschließend mit dem Tuch ordnungsgemäß den Allerwertesten ab.

Die umstehenden BVG-Kunden wenden sich vorwurfsvoll dem edlen Papiertuchspender zu. Wenn Blicke töten könnten, wäre die Geschichte an dieser Stelle bereits beendet. Glücklicherweise handelt es sich um den Bahnhof Greifswalder Straße, wo eine Treppe die Möglichkeit eröffnet, sich rasch abzusetzen.

Die Treppe geleitet hinab in einen Tunnel, der die Straße hinüber zur S-Bahn unterquert. Schon auf den letzten Stufen verfestigt sich der Eindruck, dass es sich um den versifftesten Bahnhof der gesamten Stadt handelt.

Berliner Zeitung

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