Die Tierrechtsorganisation Peta hat eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz erstattet. Gleichzeitig fordert sie ein bundesweites Verbot des Taubenabwehrmittels „Bird Free“.
Die Tierschützer verweisen auf ein bereits bestehendes Verbot in Bayern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Bremen.
Gel seit Dezember am Rathaus Köpenick im Einsatz
Im vergangenen Dezember wurden die maroden Taubenabwehrspikes am Rathaus Köpenick durch ein Gel ersetzt, welches Tauben durch optische und olfaktorische Reize fernhalten soll. Der Farbstoff Pyranin soll dafür sorgen, dass die Vögel die Paste als lodernde Flamme wahrnehmen. Seit seinem Einsatz erfolgten schon mehrere Aufrufe verschiedener Tierschützer, das Abwehrmittel zu entfernen.
Tierschützer vermuten hier einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Die Tauben würden nämlich in der Praxis nicht immer durch Aussehen und Geruch des Gels von den behandelten Flächen abgehalten. Kämen die Tiere mit der Gelmischung in Berührung, würde es zu Verklebungen des Gefieders kommen. Die nach Pfefferminz und Zitrone riechende Paste könne so unter anderem zu Flugunfähigkeit oder Verhungern der Vögel führen.
Peta berichtet von Beobachtungen am Rathaus. An einer Futterstelle sei eine Taube mit verklebtem Gefieder beobachtet worden. Außerdem seien in den Petrischalen mit dem Gel zwei tote und stark verletzte Vögel gefunden worden. „Es besteht die Möglichkeit, dass die Vögel aufgrund verklebter Flügel nicht vor dem im Rathausturm lebenden Turmfalken fliehen konnten“, vermutet die Organisation.
Aus dem Stadtbild sind Tauben kaum wegzudenken, genauso wie die unzähligen Maßnahmen, um sie fernzuhalten. Von Netzen über Abwehrspikes bis eben hin zum Gelgemisch wird vielerorts versucht, Gebäude und öffentliche Plätze zu schützen. Zwar ist das Risiko von Krankheitsübertragungen auf den Menschen vergleichsweise gering, dennoch sorgen Taubenkot und Nistverhalten für Verschmutzungen und Ärger bei Anwohnern.

