Im März 1996 wehte plötzlich ein frischer, nach gerösteten Kaffeebohnen und warmem Apfelstrudel duftender Wind durch Berlins historische Mitte.
Das Einstein Unter den Linden öffnete seine Pforten und brachte die elegante Gelassenheit eines Wiener Kaffeehauses direkt in die rasante deutsche Hauptstadt. Heute, drei Jahrzehnte später, ist diese wunderbare Institution aus dem gesellschaftlichen und kulinarischen Leben Berlins schlicht nicht mehr wegzudenken. Wir gratulieren herzlich zum dreißigsten Geburtstag!
Ein Hauch von Habsburg in Berlin-Mitte
Wer durch die Türen dieses Hauses tritt, lässt die Hektik der Großstadt augenblicklich hinter sich. Die dunklen Holzvertäfelungen, die dezenten Rauchglasspiegel, die bequemen Lederbänke und die weißen Stoffservietten bilden ein Ensemble, das zeitlose Eleganz ausstrahlt.
Das Einstein war von Beginn an mehr als nur ein Ort zur Nahrungsaufnahme; es war und ist eine Bühne, ein Zufluchtsort und ein Stück österreichische Seele mitten im preußisch geprägten Berlin. Hier trinkt man keinen schnellen Kaffee im Stehen, sondern zelebriert den Einspänner oder die Melange mit der gebotenen Ruhe.
Die inoffizielle Kantine der Republik
Seit seiner Gründung durch Gerald Uhlig hat sich das Einstein schnell zu einem zentralen Treffpunkt für Politiker, Journalisten, Künstler und Flaneure entwickelt. Durch die Nähe zum Regierungsviertel wurde es rasch als eine Art zweites Wohnzimmer der Berliner Republik bekannt. Hier wurden bei einem erstklassigen Wiener Schnitzel schon so manche politischen Kompromisse geschmiedet, hier tauschen Korrespondenten und Minister ihre Gedanken aus.
Doch das Besondere am Einstein ist seine durch und durch demokratische Atmosphäre: Neben dem Regierungsmitglied sitzt ganz selbstverständlich der Berliner Stammgast oder der staunende Tourist, vereint in der Liebe zu exzellentem Essen und aufmerksamer Gastlichkeit.
Tradition trifft auf behutsame Erneuerung
Als das Haus vor einigen Jahren von dem Team des Grill Royal übernommen wurde, bewiesen die neuen Eigentümer das nötige Feingefühl. Anstatt den bewährten Charme zu übermalen, wurde behutsam renoviert und das kulinarische Profil weiter geschärft.
Die Rückbesinnung auf eine erstklassige, klassisch österreichische Küche mit saisonalen Produkten hat dem Einstein neues Leben eingehaucht, ohne seine Wurzeln zu verleugnen. Ob zum ausgedehnten Frühstück am Morgen, zum geschäftigen Lunch oder zum feinen Dinner am Abend – die Qualität bleibt kompromisslos hoch.
Auf die nächsten drei Jahrzehnte
Zum 30. Jubiläum möchten wir einfach Danke sagen. Danke für die vielen unvergesslichen Momente, die köstlichen Grießnockerlsuppen, die diskreten Gespräche und das verlässliche Gefühl, dass es in einer sich rasant wandelnden Stadt noch Orte gibt, die ihre Seele bewahren.



