Verriss

„Let Them Eat Chaos“: Wie fleißige Kammerspielbeamte Kae Tempest das Blut aussaugen

Wortkunsthonig: Sebastian Nübling entseelt das Kae-Tempest-Album „Let Them Eat Chaos“ und bugsiert die leere Hülle über die Rampe der DT-Kammerspiele. Die Kritik.

„Let Them Eat Chaos“ von Kae Tempest mit dem Ensemble des Deutschen Theaters
„Let Them Eat Chaos“ von Kae Tempest mit dem Ensemble des Deutschen TheatersThomas Aurin

Man kann sich Spoken-Word-Konzerte von Kae Tempest zum Glück im Internet ansehen, etwa Aufführungen des durchkomponierten Albums „Let Them Eat Chaos“, bestehend aus 13 Tracks: ein aufgeblätterter Chor verlorener Seelen. Sie sind allein und nur durch den Zufall der Zeit – 4.18 Uhr in der Nacht – und die Nachbarschaft verbunden. Sie hocken in ihren Wohnungen in einer Londoner Straße, können nicht schlafen, sorgen sich, glühen nach, versuchen sich wegzuschießen, träumen vielleicht auch, suhlen sich in den Fetzen einer verlorenen Liebe.

Berliner Zeitung

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