Denkmalschutz

Nach Spendenflaute: Geldsegen für Schloss Albrechtsberg in Dresden

Der Bund fördert die Sanierung des Dachs des bekannten Dresdner Elbschlosses. Die Bauarbeiten beginnen im kommenden Jahr.

Ein Feuerwerk steigt bei der 15. Dresdner Schlössernacht über dem Schloss Albrechtsberg auf.
Ein Feuerwerk steigt bei der 15. Dresdner Schlössernacht über dem Schloss Albrechtsberg auf.Sebastian Kahnert

Das Schloss Albrechtsberg liegt am Elbhang im Dresdner Stadtteil Loschwitz und gehört zu den drei sogenannten Dresdner Elbschlössern. Es wurde zwischen 1850 und 1854 im Stil der Neorenaissance für Prinz Albrecht von Preußen, den jüngeren Bruder des späteren Kaisers Wilhelm I., erbaut. Architekt war Adolf Lohse, ein Schüler von Karl Friedrich Schinkel.

Das Schloss gilt als eines der bedeutendsten Beispiele spätklassizistischer Villenarchitektur in Sachsen. Nach wechselvoller Nutzung – unter anderem als Privatresidenz, während der DDR-Zeit als Pionierpalast „Walter Ulbricht“ – wird es heute für kulturelle Veranstaltungen wie die „Dresdner Schlössernacht“, aber auch für Konzerte und Empfänge genutzt. Die großzügige Parkanlage mit Blick über das Elbtal ist öffentlich zugänglich.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat jetzt eine Förderung von knapp 250.000 Euro für die Sanierung von Schloss Albrechtsberg in Dresden bewilligt. Das Geld stammt aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm XIV des Bundes und soll vor allem die dringend notwendige Dachsanierung des historischen Gebäudes ermöglichen, die für 2027 geplant ist.

Dach in kritischem Zustand

Das Dach des Schlosses, eines der drei bekannten Dresdner Elbschlösser, befindet sich in einem kritischen Zustand. Die Dachdeckung ist laut Angaben der Stadt Dresden von Rissen durchzogen und stark verschlissen.

Regenwasser dringe immer wieder ins Gebäude ein – auf dem Dachboden mussten zwischenzeitlich Gefäße aufgestellt werden, um das eindringende Wasser aufzufangen. Denkmalgeschützte Innenräume seien bereits teilweise beschädigt.

Dresdens Baubürgermeister Stephan Kühn zeigte sich erfreut über die Bundesförderung: „Schloss Albrechtsberg ist, über dem Elbtal gelegen, ein prägendes Element für das Dresdner Stadtbild.“ Er verwies darauf, dass die Förderung mit Unterstützung der Dresdner Bundestagsabgeordneten Lars Rohwer (CDU), Markus Reichel (CDU) und Rasha Nasr (SPD) ermöglicht worden sei. Das Schloss solle auch künftig als Ort für Hochzeiten, Konzerte und andere Veranstaltungen erhalten bleiben.

Baden in historischem Ambiente: Von 1951 bis 1990 wurde das Schloss Albrechtsberg als „Pionierpalast“ und Freizeitstätte genutzt.
Baden in historischem Ambiente: Von 1951 bis 1990 wurde das Schloss Albrechtsberg als „Pionierpalast“ und Freizeitstätte genutzt.IMAGO

Rasha Nasr hat sich im zuständigen Ausschuss für die Förderung des Projekts eingesetzt und freut sich über die Entscheidung. „Das ist ein wichtiges Signal für den Erhalt des kulturellen Erbes in der Region. Der Schutz historischer Bauwerke ist ein zentraler Bestandteil der Erinnerungskultur und stärkt zugleich die kulturelle Vielfalt sowie die Attraktivität der Region.“ Lars Rohwer betont, dass Schloss Albrechtsberg für Dresdner und Touristen ein ganz besonderer Ort ist, der einen einmaligen Ausblick auf die Stadt ermöglicht.

Gesamtkosten liegen deutlich über der Fördersumme

Die Gesamtkosten für die Dachsanierung belaufen sich auf rund 500.000 Euro – die Bundesförderung deckt damit knapp die Hälfte. Im Rahmen der Arbeiten sollen unter anderem die Dachflächen instand gesetzt, die Schornsteine repariert und das Dachtragwerk überprüft werden. Sämtliche Maßnahmen werden mit dem Denkmalschutz abgestimmt. In einem zweiten Bauabschnitt ist anschließend die Instandsetzung der Fassade vorgesehen.

Der Bundestagsabgeordnete Thomas Ladzinski (AfD) begrüßte den Beschluss ebenfalls. „Der Bundeszuschuss ist ein wichtiger Beitrag, damit die Stadt Dresden die dringend notwendige Sanierung fortsetzen kann", erklärte er nach der Sitzung des Haushaltsausschusses. „Das zeigt, dass unser reichhaltiger baukultureller Schatz auch in Berlin Anerkennung findet.“ Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Gesamtkosten der Sanierung deutlich höher lägen und es weiterhin nötig sei, weitere Fördermittel einzuwerben und bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen.

Das Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes dient der Erhaltung national relevanter Kulturdenkmäler und unterstützt Kommunen bei der Sicherung historischer Bausubstanz. „Solche Orte sind Teil unserer kulturellen Identität. Sie zu bewahren ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe", so Ladzinski.

Dauerbaustelle Römisches Bad

Zum Ensemble von Schloss Albrechtsberg gehört auch das sogenannte Römische Bad, das zwischen 1858 und 1861 als romantische Gartenarchitektur im Stil der italienischen Renaissance entstand. Es diente nicht als klassisches Badehaus, sondern als repräsentative, dekorative Anlage mit Wasserbecken, Arkaden, Brunnen und Terrassen.

Dauerbaustelle: Die Sanierung des verfallenen Römischen Bades dauert an.
Dauerbaustelle: Die Sanierung des verfallenen Römischen Bades dauert an.Sylvio Dittrich/Imago

Inspiriert von italienischen Vorbildern und antiker Badearchitektur sollte das Bauwerk südliches Flair vermitteln und die Parklandschaft architektonisch akzentuieren. Ab 1951 wurde das Schloss Albrechtberg als „Pionierpalast“ genutzt, noch bis in die 1990er Jahre diente das Wasserbecken des Römischen Bades der Dresdner Bevölkerung als Schwimmbad. 2012 wurde die Badanlage aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit gesperrt.

Nach jahrzehntelangem Verfall – insbesondere zu DDR-Zeiten – wird das Römische Bad Schritt für Schritt aufwendig restauriert. Die Arbeiten des aktuellen Bauabschnitts sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Die Kosten betragen 4,2 Millionen Euro. Unterstützt wird das Projekt mit 1,43 Millionen Euro Fördermitteln des Bundes sowie 1,12 Millionen Euro Landesmitteln aus Denkmalschutz-Sonderprogrammen.