Sie drehen sich ringsum wie eine Weihnachtspyramide aus dem Erzgebirge: sechs Häkelpuppen, teilweise mit Instrumenten ausgerüstet. Doch die Figuren sind nicht irgendwer. Es handelt sich um Rammstein – die „ästhetische Rache Ostdeutschlands am Westen“, wie das West-Nachrichtenmagazin Der Spiegel die Ost-Berliner Schockrock-Truppe rund um Till Lindemann 2009 betitelt hat.
Frappierend: die Liebe zum Detail. Zum Beispiel: Flakes Ganzkörper-Goldanzug mit Sonnenstrahlen gen Himmel gerichtet. Christoph Schneiders Oberlippenbart und sein Andreas-Kreuz-Hemd. Till Lindemanns Gesichtspiercings in Augenbrauen und der Nase. Alle lebensecht, aber in handzahm. Schnell wird klar: Da hat sich jemand richtig doll Mühe gegeben, um diese Miniaturen in liebevoller Handwerkskunst zu fertigen.
Doch was genau ist das eigentlich? Im technischen Rammstein-Jargon gesprochen: FA10345. Fan-Archiv-Objekt Nummer 10345. In der Beschreibung heißt es: „Gehäkelte Puppen. Handgefertigte Häkelversionen der Bandmitglieder in ihren Bühnenoutfits!“
Dass Fans die Häkelpuppen nun auf dem offiziellen Rammstein-Instagram-Account bewundern können, ist zugleich eine Premiere. Den Hintergrund erklären Rammstein (oder ihre Social-Media-Leute) auch: „Rammstein erhält täglich Kunstwerke von Fans aus aller Welt“, ist da in englischer Sprache zu lesen. „Darunter komplexe Illustrationen und kreative Konstruktionen.“
„Schön, dass Geschenke nicht in der Mülltonne landen“
Diese würden katalogisiert und im Fan-Archiv aufbewahrt, das bisher meist nur der Band und ihrem Team zugänglich gewesen sei. Bis jetzt! Denn wie aus der weiteren Erläuterung hervorgeht, öffnen Rammstein das Fan-Archiv in Zukunft, um einige ihrer Lieblingsstücke aus den vergangenen Jahren zu präsentieren. Eine Art digitales Museum.
Die Fans sind naturgemäß ganz aus dem Häuschen: „Die Puppen sehen fabelhaft aus“, heißt es in den User-Kommentaren, garniert mit Herzchen und Flämmchen. „The cutest heavy metal moment ever“, urteilt eine Nia. „Häkeln ist Liebe“, schwärmt eine gewisse Hedwig. „Wie schön zu sehen, dass die Geschenke nicht in der nächsten Mülltonne landen“, zeigt sich eine Caro erleichtert.


