Rammstein

„Rammstein ärgere dich nicht“: Dieses Gratis-Event plant Till Lindemanns Band in Berlin

Die Ost-Berliner Schockrocktruppe rund um den Sänger Till Lindemann überrascht selbst ihre Fans: Statt einer Welttournee geben Rammstein erst mal ein Pankower Spektakel bekannt.

Rammstein-Sänger Till Lindemann im Juli 2019 in Moskau
Rammstein-Sänger Till Lindemann im Juli 2019 in MoskauDepositphotos/imago

Schon die Häkelpuppen ließen aufhorchen: Vorige Woche hatten Rammstein auf ihrem offiziellen Instagram-Kanal Fotos von sechs handgefertigten Miniaturen der Bandmitglieder gepostet.

Frappierend war die Liebe zum Detail: Flakes Ganzkörper-Goldanzug mit Sonnenstrahlen, gen Himmel gerichtet; Christoph Schneiders Oberlippenbart und sein Andreaskreuz-Hemd; Till Lindemanns Gesichtspiercings in Augenbrauen und Nase.

Rammstein-Fanarchiv: Jenseits von Rosen und Wäsche

Technisch heißt das Ganze: FA10345. FA steht allerdings nicht für Finanzamt, sondern für Fanarchiv. Über die Jahre hinweg haben Rammstein nämlich von Fans zahlreiche Geschenke erhalten. Aber die Rede ist hier nicht von Rosen oder Unterwäsche. Sondern von Selbstgebasteltem.

Die Ost-Berliner Schockrockband hat die besonderen Objekte offenbar archivieren und auch katalogisieren lassen. Bei den handzahmen Rammstein-Häkelpuppen in Bühnenmontur handelt es sich also um Fanarchivobjekt Nummer 10345. Es war das erste Sammlerstück, das Rammstein aus dieser Reihe offiziell präsentiert haben – aber längst nicht das letzte.

Denn gerade haben Rammstein ein weiteres Schmuckstück digital zur Schau gestellt: FA32455. Es handelt sich um ein „Rammstein ärgere dich nicht“. Inspiriert natürlich vom Brettspiel-Klassiker „Mensch ärgere dich nicht“.

Oder in den Worten von Rammstein beziehungsweise ihres Social-Media-Teams, notabene in englischer Sprache: „Das klassische Ludo-Spiel, das von Familien in Deutschland sehr geliebt (und gehasst) wird, neu aufgelegt auf Schiefer für sechs Spieler, mit handgefertigten Holzfiguren.“

„Deutsche legen Wert auf Regeln und Ordnung“

Damit allerdings noch nicht genug. Die wesentliche Info findet sich am Schluss des Kleingedruckten: Das Brettspiel „sowie viele weitere Favoriten“ aus dem Fanarchiv seien Teil einer „exklusiven Ausstellung“ im Rammstein-Store in Berlin. Die Ausstellung beginne mit einer Vernissage am 10. April, sei kostenlos und laufe einen Monat lang während der Öffnungszeiten des Stores.

Für gewöhnlich hat der Rammstein-Laden in der Pankower Hertzstraße 63b (wo Till Lindemann letztes Jahr auch eine Autogrammstunde gab) an einem Tag pro Wochenende auf. Die Öffnungszeiten für April sind jedoch noch topsecret. Sie könnten angesichts der Ausstellung durchaus abweichen vom Gewohnten.

Die Fans jedenfalls sind hin und weg vom ihrer Band gewidmeten Brettspiel: „Noch etwas, das ich über die deutsche Kultur gelernt habe“, schreibt eine Person in den Kommentaren unterm Rammstein-Post. „Ich hatte keine Ahnung von diesem Spiel und seiner Geschichte. Deutsche legen Wert auf Regeln und Ordnung. Dieses Spiel hingegen ist das pure Chaos.“

Und wahrscheinlich trifft das nicht bloß auf das Brettspiel, sondern ebenso auf die Berliner Band zu, die sich Rammstein nennt – weshalb sie mindestens so sehr gehassliebt wird wie der ärgerliche Spieleklassiker selbst.