Er sei der „beste und vollkommenste Geiger, den ich je gehört habe“, sagte Yehudi Menuhin über den russischen Violinisten Vadim Repin. Manche bezeichnen ihn auch als „Putins Geiger“. Die Mannheimer Philharmoniker haben ihr Konzert mit Vadim Repin nun jedenfalls abgesagt. Zuvor wurde in Florenz bereits ein Ballettabend gestrichen, den Repin gemeinsam mit seiner Frau, der Tänzerin Swetlana Sacharowa, geplant hatte.
In Mannheim sollte der Geiger am 22. Februar gemeinsam mit den Mannheimer Philharmonikern im Rosengarten das 2. Violinkonzert von Sergei Prokofjew spielen. Ein instinktlos gewähltes Datum, fällt es doch direkt auf den vierten Jahrestag der russischen Vollinvasion in die Ukraine. Die Internetseite mit der Veranstaltung bei den Mannheimer Philharmonikern ist schon seit einigen Tagen nicht mehr abrufbar.
Die ukrainische Botschaft in Berlin hatte sich mit einem offiziellen Schreiben an den Mannheimer Oberbürgermeister und die Veranstalter gewandt, wie Backstage Classical berichtet: Repin sei seit Jahren in staatlich geförderte Kulturprojekte des Kremls eingebunden, heißt es in dem Schreiben, er habe nach Kriegsbeginn Auszeichnungen und Fördergelder aus Russland erhalten.
Repins Frau ist Primaballerina am Moskauer Bolschoi-Theater und war Abgeordnete der Partei Einiges Russland. Repin erhielt 2022 den Titel „Volkskünstler der Russischen Föderation“. Zudem ist er Gründer und Leiter des Trans-Siberian Art Festival in Nowosibirsk, das durch staatliche russische Kulturmittel finanziert wird.
Philharmoniker: Kommen dem Wunsch ukrainischer Mitmenschen nach
Auf Nachfrage der Berliner Zeitung teilte das Mannheimer Orchester mit: „Vor wenigen Tagen erreichte uns ein Schreiben der Botschaft der Ukraine in Deutschland mit der Bitte, das Konzert der Mannheimer Philharmoniker mit Vadim Repin abzusagen. In diesem Schreiben wurden die Bedenken der ukrainischen Gemeinschaft in Deutschland klar und nachvollziehbar dargelegt. Da die Mannheimer Philharmoniker seit Jahren aktiv für die Unterstützung ukrainischer Kriegsgeschädigter eintreten, haben wir diese Bitte mit größtem Ernst und Respekt aufgenommen. Nach intensiver interner Beratung haben wir uns einstimmig entschieden, dem Wunsch unserer ukrainischen Mitmenschen hier nachzukommen und das Konzert abzusagen. Uns war es wichtig, die Perspektive der ukrainischen Gemeinschaft nach dieser direkten Bitte zu berücksichtigen.“


