Europa 2025

Mit Rave und Bergparade: Chemnitz verabschiedet sich als Kulturhauptstadt

Die Stadt läutet ein spannendes Jahr aus und vereint zum Finale Tradition und Party. Alles schön wild und unter freiem Himmel.

Schriftzug am Theaterplatz in Chemnitz
Schriftzug am Theaterplatz in ChemnitzHendrik Schmidt

Mit einer Bergparade und einem Rave unter freiem Himmel verabschiedet sich Chemnitz am Samstag als Kulturhauptstadt Europas 2025. Am frühen Nachmittag soll es noch adventlich zugehen, mehr als 1000 Trachtenträger ziehen durch die Stadt – begleitet von Musik. Die sogenannten Bergparaden, die das Bergbau- und das Hüttenwesen feiern, sind eine bis ins Mittelalter zurückreichende Tradition der Sachsen und gelten heute als immaterielles Kulturerbe in Deutschland.

Am Abend soll dann unter dem Titel „Feierabend!“ auf das Kulturhauptstadtjahr zurückgeblickt werden: von einer Bühne am Karl-Marx-Monument, mit Videos und Musik unterlegt. Auch eine Tanzcompagnie aus Oulu in Finnland wird erwartet. Mit einem Rave unter freiem Himmel klingen die Festivitäten zum Ende eines erfolgreichen Jahres aus.

Chemnitz hat sich als Kulturhauptstadt 2025 überraschend erfolgreich präsentiert und ein starkes, eigenständiges Profil gezeigt. Statt großer Spektakel setzte die Stadt auf Beteiligung, Nachbarschaftskultur und authentische Orte. Zahlreiche Projekte wie „Purple Path“ oder die Wiederbelebung brachliegender Industriegelände haben langfristige Impulse gesetzt und neue Räume für Kunst, Handwerk und urbane Begegnung geschaffen.

Besonders positiv bewertet wurde, dass viele Initiativen von Bürgerinnen und Bürgern getragen wurden – Chemnitz zeigte sich offener, internationaler und kreativer, als viele erwartet hatten. Auch wirtschaftlich wirkte das Jahr: Die Stadt verzeichnete steigende Besucherzahlen, volle Hotels und wachsendes Interesse an regionalen Unternehmen.

Trotz vereinzelter organisatorischer Herausforderungen gilt Chemnitz 2025 insgesamt als Erfolg, weil es nachhaltig wirkt: Die entstandenen Netzwerke, sanierten Orte und neu gewonnenen Perspektiven werden die Stadt weit über das Kulturhauptstadtjahr hinaus prägen. (mit dpa)