Gesellschaftsroman

„Selbstregulierung des Herzens“: Rückblick auf die DDR in Farbe

Peggy Mädler erzählt Lebenswege seit den 1960er-Jahren – mit viel Liebe, noch mehr Arbeit, vor allem: Alltag. Ihr Roman steht sehr gut neben Christoph Heins „Narrenschiff“. Die Kritik.

Peggy Mädler ist promovierte Kulturwissenschaftlerin, schreibt fürs Theater und seit 2011 auch Romane.
Peggy Mädler ist promovierte Kulturwissenschaftlerin, schreibt fürs Theater und seit 2011 auch Romane.Wenke Seemann

Das Schlüsselwort in Peggy Mädlers Roman „Selbstregulierung des Herzens“ heißt Kybernetik. Es dauert ein bisschen, bis man sich mit ihm angefreundet hat in dem Buch. Georg, eine der Hauptfiguren, ist ein enthusiastischer Kybernetiker, der in der jungen DDR davon träumt, mit dieser Theorie von lernfähigen Maschinen und Systemen die Wirtschaft zu verbessern.

Wenn man den ersten Buchstaben K durch ein C ersetzt, wirkt das Wort gleich vertraut, lässt an Cybersicherheit, an Cyberkrieg-Visionen und an das vor allem für Jugendliche so gefährliche Cybermobbing denken. Die virtuellen Welten der Gegenwart gingen aus jenem Konzept technologischer Organisation hervor.

Berliner Zeitung

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