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Pablo Picassos „Guernica“: Leihgabe an Guggenheim Bilbao möglich?

Die monumentale Antikriegsikone aus der Reina Sofía Madrid braucht für die Leihgabe nur noch den Stempel des spanischen Kulturministeriums. Was spricht dafür?

Pablo Picassos „Guernica“ (1937)
Pablo Picassos „Guernica“ (1937)Ausschnitt/VG Bildkunst Bonn 2026/Pablo Picasso/Museo Reina Sofía

Es ist kein Aprilscherz: Pablo Picassos weltberühmtes Gemälde „Guernica“ darf vielleicht, was nie mehr möglich schien: Es könnte zum ersten Mal als temporäre Leihgabe die Reina Sofía in Madrid verlassen, wo es seit 1992 hängt. Damals war es endlich zurückgekehrt aus dem Exil im MoMA New York; in die Heimat des Malers. Seither wurden alle Ausleihversuche abgeschmettert.

Blick aufs Museum Guggenheim Bilbao
Blick aufs Museum Guggenheim BilbaoOscar Gonzalez/imago

Nun aber bat die Regionalregierung des Baskenlandes beim spanischen Kulturministerium offiziell um die Genehmigung einer Leihgabe, wie das Portal Art News soeben berichtet. „Guernica“ soll im Guggenheim-Museum Bilbao gezeigt werden. Wenn die Ausleihe erlaubt wird, wäre das Werk von Oktober 2026 bis Juni 2027 in diesem aus aller Welt besuchten, vom Stararchitekten Frank Gehry erbauten Museum (es löste den Bilbao-Effekt aus!) zu sehen.

Hitler und Mussolini verübten diese Gräuel

Der Anlass: Am 26. April 2027 jährt sich die Bombardierung, die  Auslöschung des baskischen Ortes Guernica durch Fliegerbomber der deutschen NS-Legion Condor und der italienischen Faschisten zum 90. Mal. Hitler und Mussolini verübten diese Gräuel gegen Widerständige der Region, um ihren Fascho-Komplizen Franco zu unterstützen.

Die Nachricht vom Angriff – heute befindet sich dort eine ergreifende Gedenkstätte, für die auch der baskische Bildhauer Edouard Chillida grandiose Trauer-Skulpturen schuf – wühlte den aus Malaga stammenden, in Paris lebenden Picasso derart auf, dass er sogleich mit der Arbeit am Monumentalformat begann.

Er malte in Grautönen, orientierte sich an den Höllenvisionen mittelalterlicher Maler, griff Motive der Apokalypse und der Passionsgeschichte auf. Das Bild ist Klage und Schrei nach Frieden, gegliedert wie ein riesiger Flügelaltar, im Zentrum ein gepfähltes Pferd, Flammen, eine Pietà. Als ein Nazi-Diplomat auf den Maler im besetzten Paris traf, fragte er ihn: „Hast du das gemacht?“ Und Picasso antwortete: „Nein, du hast das getan.“