Wenn die Bühne im Theater Ost heute abermals zum Debatten-Austragungsort wird, dann darf man getrost von einer historischen Begegnung sprechen: Denn dass Ost und West, verkörpert durch die Verleger Mathias Döpfner und Holger Friedrich, quasi auf Augenhöhe ihren Blick auf Politik und Gesellschaft richten, ist knapp 36 Jahre nach der Deutschen Wiedervereinigung durchaus ein Novum. Was natürlich auch daran lag, dass es bis 2019 keinen ostdeutschen Verleger wie Holger Friedrich gab, weil das Tageszeitungsgeschäft gesamtdeutsch mehrteilig in westdeutscher Hand war. Die jüngst an den Start gegangene Ostdeutsche Allgemeine Zeitung (OAZ), auch aus dem Hause Friedrich, will dem nun entgegenwirken, und sich dafür auch mit einem Mann treffen, der vor drei Jahren noch folgendes Pauschalurteil über die Ostdeutschen in privaten Chats abgab, seinerzeit geleakt durch das Wochenmagazin Die Zeit: „Die Ossis sind entweder Kommunisten oder Faschisten“, schrieb Döpfner da. „Dazwischen tun sie es nicht“.

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