Spirituosen

Whisky für 175.000 Euro: KaDeWe eröffnet Berlins ersten Whisky-Tunnel

Im einstigen Champagner-Tunnel der sechsten Etage werden jetzt seltene Whiskys angeboten. Destillerien, die sonst konkurrieren, zeigen hier ihre höchste Kunst.

Cellar 6 im KaDeWe: Hier finden sich die Spitzenabfüllungen der Whiskybranche
Cellar 6 im KaDeWe: Hier finden sich die Spitzenabfüllungen der WhiskybrancheAdrian Schulz

Man muss sich das so vorstellen: Ein schmaler Tunnel in der Sechsten, der Feinschmeckeretage des Luxuskaufhauses, 13 Quadratmeter, gedämpftes Licht, dunkle Eiche, minzgrüner Teppich. Hinter Glas befinden sich die absoluten Spitzenabfüllungen der besten Whisky-Destillen der Welt.

In den Vitrinen stehen 27 Abfüllungen, die ältesten von ihnen warten seit den 1960er-Jahren auf ihre Endkundschaft. „Cellar 6 – The Rare Whisky Drop“ heißt dieser Ort, der am 18. Februar offiziell eröffnet hat.

Schon George Bernard Shaw wusste: „Whisky is liquid sunshine.“ In der Mitte: The Balvenie 60, die wohl teuerste Flasche Berlins.
Schon George Bernard Shaw wusste: „Whisky is liquid sunshine.“ In der Mitte: The Balvenie 60, die wohl teuerste Flasche Berlins.Adrian Schulz

Das KaDeWe hat damit etwas geschafft, was im Luxushandel mit Spirituosen kaum vorkommt: Es hat konkurrierende Konzerne (William Grant, Pernod Ricard, Beam Suntory und Mack & Schühle/White & Mackay) dazu gebracht, nicht nur nebeneinander im Regal zu stehen, sondern gemeinsam eine Fläche zu gestalten – ohne eigenes Branding, im Dienste der gemeinsam gelebten Whiskykultur.

Ein Champagner-Tunnel wird zum Whisky-Schrein

Zweieinhalb Jahre hat der Umbau des ehemaligen Champagner-Tunnels gedauert. Um den richtigen Look und Feel zu kreieren, wurde das Hamburger Designbüro Haus F beauftragt. Matthias Kirchhoff und sein Team entwarfen einen Raum, der sich anfühlt wie eine Kreuzung aus Whiskykeller, Eichenfass und Raumschiffbrücke.

Über den futuristischen Bildschirm lassen sich Whiskys und Informationen anzeigen.
Über den futuristischen Bildschirm lassen sich Whiskys und Informationen anzeigen.Adrian Schulz

Blattgoldakzente zieren die Vitrinen und Wände, ein transparenter Bildschirm, der auf Berührung Informationen zu Herkunft und Reifung der jeweiligen Abfüllung zeigt und eine interaktive Beleuchtung, die die ausgewählten Kreationen ins rechte Licht rückt komplettieren ihn.

Dass hier Wettbewerber nebeneinander auftreten, sei für die Whiskybranche weniger ungewöhnlich, als es klingt, hieß es bei der Eröffnung. Die Industrie habe „viele Hochphasen, aber auch Krisen gemeinsam durchlebt“. Man teile ein Ziel: „Whisky für Sammler, für Enthusiasten und auch für Investoren erlebbar zu machen.“

Insgesamt 14 Destillerien sind vertreten, darunter Glenfiddich, Macallan, Bowmore, Hibiki, Balvenie und The Last Drop
Insgesamt 14 Destillerien sind vertreten, darunter Glenfiddich, Macallan, Bowmore, Hibiki, Balvenie und The Last DropAdrian Schulz

Sucht nach Investor: 175.000 Euro für eine Flasche Whisky

Die Preisspanne im Cellar 6 reicht von einigen tausend Euro bis in den sechsstelligen Bereich. Das teuerste Stück: ein „Balvenie 60“ – über 60 Jahre gereift in einem einzigen europäischen Eichenhogshead aus dem Jahr 1962. Von dem guten Tropfen wurden nur 71 Flaschen weltweit abgefüllt. Sie ist eingefasst in mundgeblasenes Kristall, Gold und Messing. Preis im KaDeWe: 175.000 Euro.

Insgesamt 14 Destillerien sind vertreten, darunter Glenfiddich, Macallan, Bowmore, Hibiki, Balvenie und The Last Drop. Geplant sind regelmäßige Tastings und Veranstaltungen – die Fläche soll keine reine Vitrine bleiben, sondern mit Veranstaltungen rund um die Whiskykultur bespielt werden.


Cellar 6 im KaDeWe. Tauentzienstraße 21–24, Berlin-Schöneberg. Tägl. 10–20 Uhr, Sonntag Ruhetag. www.kadewe.de