Der deutsche Staatsfonds Kenfo lockert seine langjährigen Beschränkungen für Investitionen in Waffenhersteller. Ab sofort darf der Fonds, der die Endlagerung von Atommüll in Deutschland finanzieren soll, Aktien und Anleihen von Rüstungsunternehmen erwerben, erklärte die Geschäftsführerin Anja Mikus im Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Zuvor war es dem Investor untersagt, liquide Mittel in Unternehmen zu investieren, die mehr als fünf Prozent ihres Umsatzes mit rüstungsbezogenen Aktivitäten erzielen.
„Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass Rüstungsausgaben nicht nachhaltig sind“, sagte Mikus. „Doch aufgrund der veränderten Sicherheitslage sind sie notwendig geworden.“ Und da Deutschland seine Verteidigungsausgaben erhöhe, sei es für den Staatsfonds des Landes nicht machbar, sich nicht daran zu beteiligen, erklärte die Geschäftsführerin von Kenfo. „Ich gehe davon aus, dass wir bis Mitte des Jahres ein höheres Engagement im Rüstungsbereich aufgebaut haben werden.“ Investitionen in Unternehmen, die kontroverse Waffen wie etwa Streubomben herstellen, bleiben Mikus zufolge weiterhin verboten.

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