Energiepolitik

LNG: EU importiert 100 Prozent der russischen Ladungen aus Yamal – trotz Verbot ab 2027

Trotz des Importverbots ab 2027 importiert die EU weiter russisches LNG. Vor allem aus einer Anlage in der Arktis fließen große Mengen. Woran liegt das?

Im Februar hate die EU jede einzelne LNG-Lieferungen aus der russischen Anlage Yamal importiert.
Im Februar hate die EU jede einzelne LNG-Lieferungen aus der russischen Anlage Yamal importiert.Yelena Afonina/ITAR-TASS/imago

Trotz des Importverbots von russischem Gas ab 2027 hat die EU im Februar 100 Prozent der Lieferungen aus Russlands LNG-Anlage Yamal gekauft. Das berichtet das Nachrichtenportal gCaptain unter Berufung auf Daten von Kpler. Demnach importierte die EU im vergangenen Monat 1,54 Millionen Tonnen LNG aus der russischen Anlage, verteilt auf 21 Lieferungen – 0,4 Prozent mehr als im Februar 2025.

Laut dem Bericht von gCaptain war es das erste Mal seit April 2018, dass alle Lieferungen aus Yamal für europäische Häfen bestimmt waren. Bereits im Januar seien die Importe auf hohem Niveau gewesen, als EU-Käufer 93 Prozent der Produktion von Yamal ausmachten. Nach China oder in andere asiatische Märkte sei im Februar hingegen keine einzige Ladung aus Yamal geliefert worden, verglichen mit vier Lieferungen im Vorjahresmonat. „Die Zahlen unterstreichen, dass die europäische Infrastruktur weiterhin von zentraler Bedeutung für Russlands LNG-Exporterlöse ist“, kritisierte Sebastian Rötters, Sanktionsexperte beim Umweltschutzverein Urgewald.

Berliner Zeitung

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